Wie können junge Menschen die globalen Zusammenhänge der Modeindustrie verstehen und welche Rolle spielt dabei ihr eigener Konsum? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Franken-Gymnasiums Zülpich im Rahmen eines Workshops von FEMNET.
Der Jahresbericht 2025 blickt auf ein turbulentes Jahr zurück, das von globalen Umbrüchen und politischen Gegenwinden gezeichnet war – von drastischen Kürzungen der Entwicklungshilfe über die besorgniserregende Aufweichung der Lieferkettengesetze in Deutschland und der EU bis hin zur zunehmenden Unterdrückung von Gewerkschaften in Produktionsländern wie Indien, Myanmar und Bangladesch. Doch anstatt vor diesen Widerständen zu kapitulieren, zeigt der Bericht FEMNETs Engagement: Mit kraftvollen Protesten, wie der Übergabe von 210.000 Unterschriften vor dem Bundeskanzleramt, hat FEMNET klar Haltung bezogen und bewiesen, dass der Einsatz gegen Ausbeutung und zivilgesellschaftliche Einschränkungen gerade in Krisenzeiten lauter denn je sein muss.
Der Pride Month im Juni erinnert daran, dass Vielfalt, Gleichberechtigung und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind. Gerade in Zeiten zunehmender rechter und queerfeindlicher Tendenzen ist es wichtig, Haltung zu zeigen: für eine offene Gesellschaft, in der sich alle Menschen sicher, gesehen und zugehörig fühlen. FEMNET solidarisiert sich mit diesem Zielen und unterstützen die Sichtbarkeit.
Angesichts schwächerer Konsumausgaben und wirtschaftlicher Unsicherheiten hat Hugo Boss seine Strategie angepasst. CEO Daniel Grieder betont den Fokus auf Markenstärkung im Jahr 2026. Nicht gestärkt werden hingegen die Arbeiter*innen in der Lieferkette. Hugo Boss verlässt das wichtige Gebäudeschutzabkommen in Pakistan, in der eigenen Fabrik in der Türkei werden Gewerkschafter*innen entlassen. FEMNET, der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen und die Kampagne für Saubere Kleidung erwarten konkrete Antworten auf der morgigen Aktionärsversammlung.
Am 24. April jährt sich der Einsturz von Rana Plaza – ein Gebäude in Bangladesch, das 2013 einstürzte und über 1.100 Textilarbeitenden das Leben kostete. Seitdem ist es ein Datum, das die globale Modeindustrie bis heute prägt.
Jugendhäuser beschaffen regelmäßig und in großen Mengen Textilien wie Bettwäsche, T-Shirts, Arbeitskleidung und mehr. Konventionelle Textilien werden jedoch weltweit unter problematischen Bedingungen hergestellt, darum lohnt sich ein Blick auf die längst schon breite Auswahl an nachhaltig produzierten Alternativen. Das neue FEMNET-Factsheet will Jugendhäusern Mut machen für den Einstieg: Nutzen Sie Ihre Beschaffung als Hebel für globale Gerechtigkeit und den Schutz natürlicher Ressourcen.
Bonn, Köln, Berlin. Ein fetter Gewinn von 591 Millionen Euro aber: Keine Zahlung von existenzsichernden Löhnen für die Beschäftigten in der Lieferkette, keine Veröffentlichung von Auditprüfergebnissen, keine Nachhaltigkeitsanforderungen an Drittmarken. Zu diesen und weiteren Themen werden FEMNET, der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen und die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC Deutschland) kritische Fragen auf der Hauptversammlung von Zalando am 12. Mai stellen.
Toxische Chemikalien aus der Textilindustrie gefährden in Bangladesch die Gesundheit ganzer Gemeinden. Mit Brunnen, Filtersystemen und Community-based Monitoring schaffen wir gemeinsam mit lokalen Partner*innen Zugang zu sauberem Trinkwasser – und stärken die Menschen vor Ort in ihrem Einsatz für langfristige Veränderung.
Zusammen mit 200+ Verbündeten tragen wir das Just Fashion Manifest mit. Wir teilen die Vision eines gerechten Modesystems, das Menschen über Profite stellt.
Mode kann niemals nachhaltig sein, wenn die Menschen, die unsere Kleidung herstellen, unterbezahlt, überarbeitet und ungeschützt sind. Mode kann niemals gerecht sein, wenn Verschmutzung und Müll die Norm sind. Soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille. Im Just Fashion Manifest werden Prinzipien für ein gerechtes Modesystem formuliert. Angestoßen wurde das Manifest durch das globale Netzwerk "Clean Clothes Campaign". Die endgültige Fassung wurde am 1. Mai 2026 weltweit veröffentlicht und berücksichtigt Hunderte von Beiträgen, Kommentaren und Standpunkten, u.a. von Beschäftigtenvertretungen der Industrie weltweit.
Soziale und ökologische Kriterien im Textileinkauf sind ein zentraler Hebel für eine nachhaltige Transformation. Das Projekt „Fair Wear Works“ hat gezeigt, wie Akteur*innen aus Gesundheitswesen, Sport und Hochschulen diesen Anspruch konkret in die Praxis überführen können.
Die Kampagne für Saubere Kleidung, hat eine aktuelle Stellungnahme zu einem Eckpunktepapier für einen Gesetzentwurf zur erweiterten Herstellerverantwortung veröffentlicht, der Fast-Fashion-Hersteller an den Entsorgungs- und Recyclingkosten beteiligen soll. Ein Textilgesetz muss Ausbeutung und Umweltzerstörung durch die Textilindustrie stoppen!
Adiba Afros und Sifat E Nur Khanam aus Bangladesch beleuchten die langwierigen Folgen des Rana-Plaza-Einsturzes und kritisieren die mangelnde juristische Aufarbeitung sowie ausstehende Entschädigungen nach nunmehr dreizehn Jahren. Die Autorinnen benennen die Fortschritte bei der baulichen Sicherheit von Exportfabriken, bemängeln jedoch das Fehlen von Urteilen in den wenigen strafrechtlichen Verfahren gegen Verantwortliche, umfassenderer Arbeitsrechtsreformen und einer angemessenen Gedenkkultur.