FEMNET veröffentlicht mit 64 zivilgesellschaftlichen Gruppen gemeinsame Vision für den globalen Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhsektor (TGLF).
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- Kategorie: Unternehmensverantwortung
FEMNET veröffentlicht mit 64 zivilgesellschaftlichen Gruppen gemeinsame Vision für den globalen Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhsektor (TGLF).
© Greyson Joralemon - unsplash.com
Die Stadt Mannheim setzt sich ehrgeizige Ziele: Mit ihrem Leitbild 2030 will sie faire Beschaffung in den Fokus nehmen. FEMNET begleitete die Mannheimer Stadtverwaltung 2018 und 2019 dabei, dieses Vorhaben auf den Weg zu bringen.
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Berlin und Brandenburg wollen fairer werden: Die Angestellten des öffentlichen Dienstes sollen in Zukunft nachhaltige Dienstkleidung tragen. FEMNET berät aktuell die Zentrale Vergabestelle für Brandenburg. Diese beschafft Arbeitskleidung gebündelt für beide Bundesländer.
© Taslima Akter
Die Corona-Pandemie hat die gesamte Textilwirtschaft stark getroffen – hier wie in den Produktionsländern. Zahlreiche Unternehmen stornieren Aufträge, nehmen bestellte Waren nicht mehr ab oder handeln Preisnachlässe aus. Andere versuchen sich mit ihren Produzenten auf eine Lastenteilung zu einigen.
Hierzulande sind derzeit alle Bekleidungsläden geschlossen, den Herstellern und Händlern ohne Online-Verkauf geht es besonders schlecht. Stark betroffen von den Schließungen sind insbesondere die Fast Fashion Ketten, die ihr Sortiment alle 4-6 Wochen verändern und riesige Mengen einkaufen. Nun bleiben sie auf der Frühjahrskollektion sitzen, die sich bei Wiedereröffnung der Geschäfte vermutlich nicht mehr voll verkaufen lässt. Rabattschlachten sind zu vermuten.
© FEMNET
Am 24. April 2013 stürzte das Rana Plaza Gebäude in Bangladesch ein und nahm 1.134 Textilarbeiter*innen das Leben. Jetzt – sieben Jahre nach der wohl größten Katastrophe in der Bekleidungsbranche – haben sich die allgemeinen Arbeitsbedingungen für die Arbeiter*innen nur wenig verbessert. Gerade in der derzeitigen Corona-Krise wird zudem deutlich, wie wenig Verantwortung die großen Mode-Unternehmen wirklich für ihre textilen Wertschöpfungsketten übernehmen. Leider mussten viele geplante Veranstaltungen und Demonstrationen abgesagt werden, deswegen starten wir zum diesjährigen Gedenktag eine besondere Mitmach-Aktion!
Gewerkschaft NGWF verteilt Aufklärungsbroschüren und Nahrungsmittel in Bangladesch. © NGWF
Die Gewerkschaft NGWF setzt sich ein – für die Gesundheit und Versorgung von Arbeiter*innen in der Textilindustrie. Um Arbeiter*innen vor einer Ansteckung zu schützen und die Pandemiegefahr einzudämmen, hat NGWF Broschüren zu COVID-19 und notwendigen Präventionsmaßnahmen publiziert. Die Flugblätter wurden in der lokalen Sprache Bengali sowie in Englisch verteilt.
Corona Krise sorgt für Notstände. Nahrungsausgabe an Textilarbeiterin in Bangladesh. © NGWF
Bangladesch lebt zu 75% vom Export der Textilindustrie. Die Auswirkungen auf die Beschäftigten beim Ausbleiben von Bezahlungen und neuer Aufträge sind katastrophal. Die Präsidentin des Unternehmensverbands BGMEA Rubana Huq gab bekannt, dass Einkäufer Aufträge im Wert von 3.15 Milliarden US Dollar in 1.134 Fabriken gekündigt hätten oder Waren nicht abnähmen.
Neben Lebensmitteln werden auch Hilfen zur Kommunikation und Mietzahlung dringend benötigt.© SAVE
Die COVID-19 Pandemie hat die indische Regierung veranlasst eine Ausgangssperre zu verhängen, die am 23. März 2020 in Kraft getreten ist, ursprünglich bis zum 14. April 2020 andauern sollte und letztlich bis zum 3. Mai 2020 verlängert wurde. Die Auswirkungen sind drastisch, und treffen auch die Textilarbeiter*innen in Bangalores Textilindustrie.
Lebensmittelverteilung an Wanderarbeiter*innen am 31. März 2020. © SAVE
Mit dem Ausbruch der Corona-Krise verhängte die Regierung von Tamil Nadu eine Ausgangssperre vom 23. März bis ca. 14. April 2020. Plötzlich fuhren keine Züge und Überlandbusse mehr. Tausende von Wanderarbeiter*innen sitzen fest. Einige Wanderarbeiter*innen machten sich teilweise zu Fuß - in der Hoffnung unterwegs einen Bus zu finden - auf den Weg in die Heimat, denn wenn alle Fabriken geschlossen sind, erhalten sie keinen Lohn mehr und müssen hungern.
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Bonn / Berlin. Die COVID-19-Krise trifft alle Akteure der textilen Lieferkette. Allerdings trifft sie die Schwächsten besonders hart. Modemarken und Einzelhandelsunternehmen müssen durch den Stillstand des öffentlichen Lebens hierzulande eklatante Umsatzeinbußen hinnehmen. Der wirtschaftliche Druck wird aber weitergegeben: Aufträge an Zuliefererfirmen in Bangladesch oder Kambodscha werden storniert und bereits fertiggestellte Ware nicht mehr abgenommen oder bezahlt. Die Zulieferer entlassen deshalb die ohnehin schlecht bezahlten Arbeiter*innen oder schließen vollständig. Für Arbeiter*innen verbindet sich dann das vor Ort wachsende Risiko einer COVID-19-Infektion bei schlechter Gesundheitsversorgung mit extremer wirtschaftlicher Not durch fehlenden Lohn.