Neuer Entschädigungsprozess für die Opfer des Brandes von Tazreen endlich eingerichtet
Unternehmen werden aufgerufen bis zum Jahrestag am 24. November Gelder in den Fonds einzuzahlen
Die Clean Clothes Campaign und das International Labor Rights Forum rufen internationale Marken (darunter Walmart und El Corte Ingles) auf, ihren Beitrag an den Fonds zu leisten, der für die Entschädigung von Familienangehörigen der 112 getöteten und der verletzten Arbeiter*innen des Brandes in der Kleiderfabrik Tazreen in Bangladesch, eingerichtet wurde.
Am 24. November jährt sich zum dritten Mal der Tag des Brandes in der Fabrik Tazreen in Bangladesch. Als das Feuer ausbrach wurden die Arbeiter*innen im Inneren des Gebäudes eingeschlossen. Ausgänge waren verriegelt und der einzige Weg nach draußen waren die Fenster in den oberen Stockwerken. Über hundert Arbeiter*innen sprangen aus den Fenstern in der dritten und vierten Etage und zogen sich schwerwiegende Rücken- und Kopf-Verletzungen zu, die bei einigen zu chronischen Schmerzen führten. Die letzten drei Jahre kämpften Hinterbliebene der Toten und Überlebende um Entschädigung für den Verlust ihrer Angehörigen oder um ein eigenes Einkommen zu bestreiten.
Fair produzierte Schutzkleidung wurde von insgesamt 9 Hersteller*innen und Händler*innen ausgestellt und am Stand von Engagement Global, Eine Welt Netz, FEMNET e.V., CIR und SKEW als „Fair Fashion Performance“ lebhaft vorgeführt. Zudem informierte ein umfassendes Fachforen- und Informationsprogramm am genannten Stand über faire Arbeitskleidung und Produktionsweisen und brachte Experte*innen und Akteure aus Organisationen mit Entscheidungsträger*innen und Mitarbeiter*innen kommunaler Vergabestellen und Unternehmen in den Dialog.
Cividep lud am 29. Mai 2015 zahlreiche Fabrikmanager sowie Vertreter einkaufender Unternehmen wie H&M, C&A, s.oliver zu einem Workshop mit dem Thema “Early Childhood Care in Bangalore’s Garment Industry” ein, um gemeinsam Lösungen für eine gute Kinderbetreuung zu suchen. C&A erschien allerdings nicht.
Vom 29. Mai bis 09. Juni 2015 war die Ausstellung in der Hochschul- und Kreisbibliothek Rhein-Sieg, Campus Sankt Augustin zu sehen.
Anlässlich der Europäischen Nachhaltigkeitswoche vom 30. Mai bis 5. Juni 2015 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg wurde die Wanderausstellung in der Bibliothek am Campus Sankt Augustin gezeigt. Sie wurde vom IZNE und der Studentischen Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit organisiert.
Neben der Fotoausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ informierte die Verbraucherzentrale NRW über Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und Möglichkeiten nachhaltigen Konsums. Auf einem „Basar der schönen Dinge“ wurden selbstgemachte und fair gehandelte Waren von Frau zu Frau angeboten.
Der Rana Plaza Entschädigungsfonds erreicht sein Ziel von 30 Mio US-Dollar
Der Rana Plaza Entschädigungsfonds wurde durch eine anonyme Spende vollständig auf das Ziel von 30 Millionen US-Dollar aufgefüllt. Die Kampagne für Saubere wertet dies als Erfolg des anhaltenden Protestes der Öffentlichkeit.
Seit dem Fabrikeinsturz im April 2013 hat die Kampagne für Saubere Kleidung gefordert, dass Marken und Einkäufer Entschädigungen an die Opfer bereitstellen sollen. Über eine Million KonsumentInnen in ganz Europa und weltweit haben sich an den Aktionen beteiligt, damit die Firmen, die in einer der fünf Fabriken im Gebäude von Rana Plaza produzieren ließen, Verantwortung übernehmen. Der öffentliche Druck führte letztlich zu den Einzahlungen in den Fonds. Zum zweiten Jahrestag des Unglücks fehlten dem Fonds noch 2,4 Mio US-Dollar, um die benötigten 30 Mio US-Dollar zu erreichen. In den letzten Tagen ist eine große Einzahlung erfolgt, sodass die Zielsumme erreicht wurde.