Women@Work: Feministische Perspektiven auf Arbeit
Millionen von Frauen halten die Weltwirtschaft am Laufen. Sie nähen, pflegen, erziehen, fahren, klicken, organisieren. Ihre Arbeit ist systemrelevant – und wird trotzdem systematisch unterschätzt, schlecht bezahlt und unsichtbar gemacht. Vor diesem Hintergrund macht FEMNET seit fast 20 Jahren die Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie zum Thema. Mit Women@Work weiten wir den Blick.
Denn was wir in den Textilfabriken von Dhaka sehen, endet nicht an den Werkstoren: Prekäre Arbeitsbedingungen sowie fehlende Anerkennung oder sogar gezielte Abwertung der Arbeit von Frauen sind keine Ausnahmen der globalisierten Wirtschaft, sondern tief in ihr verankert.
Zwar hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten einiges bewegt – Arbeiter*innen haben sich organisiert, Gewerkschaften und Frauenorganisationen haben Missstände öffentlich gemacht und internationale Kampagnen haben Druck auf Marken aufgebaut. Aber dennoch fühlt es sich oftmals an wie „einen Schritt vor, zwei zurück“, denn die Umsetzung bleibt oft lückenhaft und reale Verbesserungen vor Ort sind selten. Gleichzeitig erleben wir weltweit einen Rechtsruck – und mit ihm eine neue Aggressivität gegen Menschenrechte und ihre Verteidiger*innen. Antifeminismus ist dabei kein „Nebenschauplatz“: Er dient als politisches Werkzeug, um Frauen zu bedrohen, Solidarität zu untergraben und prekäre Bedingungen zu zementieren.
Gemeinsam mit der Rosa Luxemburg Stiftung rücken wir mit dem Projekt „Feministische Perspektiven auf Arbeit“ diese Zusammenhänge ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Rahmen der Ausstellung Women@Work lassen wir Frauen* entlang von Lieferketten zu Wort kommen. Ob als Aktivistin in Dhaka oder als Kindergärtnerin in Holzwickede. Die Ausstellung kombiniert Porträtfotos, O-Töne und Videos; so lassen sich Stimmen, Geschichten und Hintergrundmaterial direkt abrufen. Ergänzend erscheint ein digitales Begleitheft mit thematischen Dossiers.
Frauen im Fokus: Die Ausstellung „Women@Work“
Women@Work zeigt Porträts von Frauen* entlang globaler Lieferketten und in – oft prekären – Arbeitsverhältnissen. Großformatige Fotografien, kurze Videos und O-Töne machen Stimmen hörbar, die selten gehört werden. Die Aktivistin aus Dhaka. Die Kita-Leiterin aus Holzwickede. Die Kurierfahrerin. Die Content-Moderatorin. Frauen, die produzieren, pflegen und Widerstand leisten. Die Ausstellung wird im Jahr 2026 produziert und dann Schritt für Schritt auf online gezeigt. Die Poster der Ausstellung werden zum Ende des Jahres zum freien Download verfügbar sein – zum Ausdrucken, Aufhängen, Weitergeben.
Women@Work live: Kalpona Akter auf Deutschlandtour
Im Juni 2026 kommt Kalpona Akter nach Deutschland. Die bangladeschische Gewerkschafterin, die selbst als Kind in einer Textilfabrik arbeitete, spricht in mehreren Städten über feministische Arbeitspolitik, globale Lieferketten – und darüber, warum Antifeminismus kein kulturelles Randphänomen ist, sondern ein Werkzeug zur Stabilisierung von Ausbeutung.
Launch der Ausstellung: Feminist Futures Festival
Die Ausstellung wird erstmals im Rahmen des Feminist Futures Festivals (25.–27. September, Bochum) gezeigt.
Alles auf einen Blick
- - Themenbereich:
- Arbeitsrechte
- - Länder
- Deutschland,
Bangladesch,
Pakistan
und weitere Länder - - Laufzeit:
- seit 2026
- - Aktuelle Förderer:
- Rosa-Luxemburg-Stiftung
- - Projektverantwortliche:
- Sina Marx
