Nachrichten zu unserer Arbeit - Faire öffentliche Beschaffung

Europaflagge mit der Figur Justizia im Vordergrund

© Gerd Altmann | Pixabay

FEMNET fordert geschlechtergerechte Vergaberichtlinien für Europa

Die Europäische Kommission will das öffentliche Beschaffungswesen der EU neu ausrichten – und rief zu einer zwölfwöchigen Konsultation durch Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf. FEMNET hat sich mit einer klaren Stellungnahme eingebracht und fordert, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Verantwortung fest in der europäischen Vergabepraxis zu verankern.

Die Stellungnahme beschreibt, wie die EU-Richtlinien zur öffentlichen Auftragsvergabe sich viel stärker an den europäischen Nachhaltigkeitszielen ausrichten sollten. Insbesondere gilt dies zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit, welche bis dato kaum eine Rolle spielt in Ausschreibungsverfahren.

Konkret schlägt FEMNET vor, den Begriff des „wirtschaftlich günstigsten Angebots“ so anzuwenden, dass Qualität, Umwelt- und Sozialstandards sowie Gleichstellungskriterien tatsächlich in die Bewertung einfließen. Denn „billig“ ist nicht gleich „wirtschaftlich“ – doch in der Praxis wird häufig trotzdem nur nach dem günstigsten Preis eingekauft. Öffentliche Ausschreibungen sollen sich an internationalen Menschenrechts- und Arbeitsnormen (z. B. ILO-Kernarbeitsnormen, UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte) orientieren und für bestimmte Risikobranchen (z. B. Textilien, IT, Lebensmittel) verbindliche Nachhaltigkeits- und Gleichstellungsvorgaben enthalten.​

Außerdem fordert FEMNET mehr Transparenz in Lieferketten. Beispielsweise könnte es dazu eine EU-weite Datenbank zu Produktionsorten geben, was den Mitgliedsstaaten die Umsetzung erleichtern würde. Sie sollten zudem besser überwachen, wie häufig Nachhaltigkeitskriterien tatsächlich in Vergabeverfahren angewendet werden. Statistisch erfasst wird dies bislang kaum. Wichtig ist auch die Weiterbildung von Beschaffungsverantwortlichen, damit sie soziale, ökologische und geschlechtergerechte Kriterien fachkundig in Vergabeverfahren integrieren können.

 

 

 

 

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