Nachrichten und Berichte aus Indien

Arbeiterinnen protestieren gegen sexuelle Gewalt

Demonstration am 10.03.2018. Foto: © Garment Labour Union (GLU), BangaloreDemonstration am 10.03.2018. Foto: © Garment Labour Union (GLU), BangaloreRund 350 Textilarbeiterinnen kamen am 10. März 2018 in Bangalore (Indien) anläßlich des internationalen Frauentags (08.03.) zu einem friedlichen Protest zusammen, um für Menschen- und vor allem Frauenrechte am Arbeitsplatz zu demonstrieren. Mit Kerzen in den Händen bildeten sie eine Menschenkette und forderten das Ende sexueller Gewalt am Arbeitsplatz. Doch auch andere Arbeitsrechtsverletzungen wurden angeprangert: Geringe Löhne, ständiger Druck durch Vorgesetze, Belästigung, mangelnde Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Kinderbetreuung für Arbeiterinnen und die Behinderung gewerkschaftlicher Arbeit sind einige der häufigsten Probleme, mit denen die Frauen in den Fabriken zu kämpfen haben.

GLU Aktivistinnen.

© Sina Marx/FEMNET

Für bessere Durchsetzung der Rechte von Frauen, Müttern und Kindern: Projektbesuch in Indien

Im November 2017 besuchte Sina Marx, bei FEMNET verantwortlich für den Solidaritätsfonds, die FEMNET-Partnerorganisationen Cividep und Munnade in Südindien. Mit Cividep zusammen schaute sie sich Kinderbetreuung in Bekleidungsfabriken in Bangalore an. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes setzen sich FEMNET und Cividep seit 2015 für eine Verbesserung der Kinderbetreuung in den Zuliefererfabriken großer Markenunternehmen ein und machen sich mit der Kampagne #WerPasstAuf? auch in Deutschland dafür stark.

Zusammen mit der von FEMNET unterstützten Nichtregierungsorganisation Munnade und der Gewerkschaft Garment Labour Union (GLU) besuchte sie Näherinnen zuhause. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen.

FEMNETs Partnerorganisationen Munnade/GLU in Bangalore/Indien fordern erhöhten Mindestlohn und besseren Schutz vor Belästigung am Arbeitsplatz

Munnade/GLU Demonstration am 01.05.2017. Foto: © MunnadeMunnade/GLU Demonstration am 01.05.2017.
Foto: © Munnade
Auch 2017 hat die Frauenrechtsorganisation Munnade zusammen mit ihrem gewerkschaftlichen Arm, der Garment Labour Union (GLU) am 1. Mai Arbeiter_innen aus der Bekleidungsindustrie zusammengebracht, um für die Umsetzung von Arbeitsrechten zu demonstrieren. Mehr als 3.500 Arbeiterinnen waren gekommen, um sich für faire Entlohnung und die Umsetzung von Arbeitsrecht einzusetzen.

Die Gewerkschaften forderten auch die Umsetzung aktiver und funktionaler Fabrikkomitees zur Bekämpfung von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Das entsprechende Gesetz wurde 2013 verabschiedet und sieht vor, dass alle Arbeitgeber mit mehr als zehn Beschäftigten effektive Mechanismen zur Vorbeugung von sexueller Belästigung und zur Bearbeitung von Beschwerden einrichten müssen. Die Vorgaben werden jedoch nur von wenigen Arbeitgebern umgesetzt. Sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte ist noch immer in vielen Fabriken an der Tagesordnung.

League for Social Justice fordert Regierung des Bundestaates Tamil Nadu, Indien auf moderne Sklaverei in Spinnereien zu beenden

Ministeriumsbesuch. Foto: © READMinisteriumsbesuch. Foto: © READIn den Spinnereien des indischen Bundesstaates Tamil Nadu müssen junge Mädchen schwerste Arbeit im Schichtsystem für einen Hungerlohn verrichten. Vermittler locken die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren in die Spinnereien, damit sie dort drei Jahre zu niedrigstem Lohn arbeiten, um am Ende eine Summe zu erhalten, die ihre Mitgift darstellen soll. Sie werden in überbelegten und schlecht ausgestatteten Schlafbaracken wie in Gefangenschaft gehalten. Angeworben werden sie aus armen Familien der unteren Kasten. FEMNET hat zu diesem Thema bereits einiges an Informations- und Kampagnenarbeit geleistet und in 2016 gemeinsam mit der indischen Nichtregierungsorganisation (NRO) READ ein Projekt gestartet, um diese moderne Form der Sklaverei zu bekämpfen.

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