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© Initiative Lieferkettengesetz

Gegen Gewinne ohne Gewissen: Breites Bündnis der Zivilgesellschaft fordert Lieferkettengesetz

Die Bundesregierung muss deutsche Unternehmen gesetzlich zur weltweiten Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichten. Das fordert ein breites Bündnis aus 64 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter auch FEMNET und das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, anlässlich des siebten Jahrestages der verheerenden Brandkatastrophe in der Textilfabrik Ali Enterprises in Pakistan.

Zivilgesellschaft im Textilbündnis: Grüner Knopf nur eine weitere freiwillige Maßnahme neben einem schwachen Textilbündnis

Berlin / Bonn. Die heutige Vorstellung des neuen Textil-Siegels „Grüner Knopf“ durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nutzt die Zivilgesellschaft im Textilbündnis zu einer kritischen Standortbestimmung. Die zivilgesellschaftlichen Bündnis-Mitglieder kritisieren, dass der Grüne Knopf genauso wie das Textilbündnis nur eine freiwillige Maßnahme ist. Dringend notwendig sei aber ein Gesetz, das Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte, Umwelt und Korruptionsvermeidung für alle Unternehmen verbindlich regelt. Dieses Gesetz müsse die Basis für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit bilden. Freiwillige Maßnahmen wie der Grüne Knopf und ein verbessertes Textilbündnis könnten darauf aufbauen.

Zivilgesellschaft im Textilbündnis: Grüner Knopf nur eine weitere freiwillige Maßnahme neben einem schwachen Textilbündnis

Berlin / Bonn. Die heutige Vorstellung des neuen Textil-Siegels „Grüner Knopf“ durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nutzt die Zivilgesellschaft im Textilbündnis zu einer kritischen Standortbestimmung. Die zivilgesellschaftlichen Bündnis-Mitglieder kritisieren, dass der Grüne Knopf genauso wie das Textilbündnis nur eine freiwillige Maßnahme ist. Dringend notwendig sei aber ein Gesetz, das Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte, Umwelt und Korruptionsvermeidung für alle Unternehmen verbindlich regelt. Dieses Gesetz müsse die Basis für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit bilden. Freiwillige Maßnahmen wie der Grüne Knopf und ein verbessertes Textilbündnis könnten darauf aufbauen.

Grüner Knopf: Neues Metasiegel an entscheidenden Stellen viel zu schwach

Wuppertal. Am 9. September 2019 will das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sein neues Metasiegel „Grüner Knopf“ starten. Leider weist es aus Sicht der Kampagne für Saubere Kleidung (kurz: CCC für Clean Clothes Campaign) erhebliche Schwächen auf und verfehlt so im Moment noch das Ziel, Konsument*innen eine verlässliche Orientierung zu bieten und Kleidung zu erkennen, die unter Wahrung der Arbeits- und Menschenrechte hergestellt wurde.

Grüner Knopf: Wie streng werden die Kriterien?

Als neues staatliches Metasiegel für öko-sozial hergestellte Kleidung soll der „Grüne Knopf“ Verbraucher_innen künftig mehr Orientierung im Siegeldschungel geben. Schon im September 2019 soll die Pilotphase starten. FEMNET und die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) warnen jedoch vor irreführenden Aussagen.

Das Siegel lässt über seinen Zusatz „sozial & ökologisch – staatlich zertifiziert“ ein komplett faires und nachhaltiges Produkt vermuten. Allerdings deckt es nicht die ganze Lieferkette ab, sondern bezieht sich zunächst nur auf Konfektion und Nassprozesse (Waschen, Färben). Damit werden die oft schlimmen Arbeitsbedingungen etwa beim Baumwollanbau oder in den Spinnereien nicht überprüft. Dies wird den Verbraucher_innen aber nicht deutlich gemacht.

© Weltladen Würzburg

Wanderausstellung erfolgreich beendet, Posterverkauf geht weiter

Tausende Menschen haben die FEMNET-Ausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Südostasien“ seit 2015 besucht. Über vier Jahre lang tourten die neun Portraits von Arbeiterinnen aus Kambodscha und Bangladesch durch ganz Deutschland. Mit unserem Ausstellungsprojekt endet der Verleih der Portraitdrucke. Der Verkauf der zugehörigen Posterserie geht weiter.

© Gesa Maschkowski

Kreativer Protest gegen Primark-Eröffnung in Bonn

Anlässlich der Eröffnung einer neuen Primark-Filiale in Bonn demonstrierten am Dienstagmorgen, 13. August rund 200-300 Aktivist_innen vor den Türen des Modediscounters. Mit einem ganztägigen Aktionsprogramm mit Flashmobs, Talkrunden und einem Open Air Kleidertausch setzten sie ein wirkungsvolles Zeichen gegen Fast Fashion. Viele Bonner Akteure bleiben kritisch: Sie fordern eine nachhaltigere Stadtentwicklung und den Stopp von Massenkonsum auf Kosten von Mensch und Umwelt.

Zivilgesellschaft im Textilbündnis kritisiert Roadmaps der Unternehmen als wenig aufschlussreich

Bonn / Berlin. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen im Textilbündnis kritisieren die Roadmaps und Fortschrittsberichte der Mitgliedsunternehmen im Bündnis. In ihrer jetzigen Form seien diese nicht aussagekräftig und schlecht vergleichbar. Die Roadmaps zeigten außerdem, dass viele Unternehmen beim Thema existenzsichernde Löhne noch ganz am Anfang stünden. Darüber hinaus könnten bessere Arbeitsbedingungen in den Lieferketten bewirkt werden, wenn Unternehmen häufiger zusammenarbeiten. Das Textilbündnis hat am Montag Maßnahmenpläne (Roadmaps) und Fortschrittsberichte seiner Mitglieder veröffentlicht. Darin zeigen diese, welche Maßnahmen sie im Bereich Menschenrechte und Ökologie in der Textilproduktion für das nächste Jahr ergreifen wollen und ob im Vorjahr geplante Maßnahmen durchgeführt wurden.

Besser leben ohne Primark - Kreative Aktionen und Kleidertauschparty zur Eröffnung des Moderiesen

Bonn. Die Fair Trade Town Bonn ist um einen Konsumtempel reicher. Am 13.08. eröffnet der Moderiese Primark vor dem Hauptbahnhof mit Billigstklamotten auf 8000m². Doch wirklich billig ist hier nur das Geschäftsmodell: Was die Ware Mensch und Umwelt tatsächlich kostet, bilden die Preise nicht ab. FEMNET und Bonn im Wandel rufen dazu auf, am Tag der Eröffnung über Massenkonsum und die Zukunft der Stadt zu sprechen. Über 20 Organisationen unterstützen die Kampagne „Besser leben ohne Primark“ bereits.

Das Bündnis wendet sich mit seinem Aufruf gegen Verschwendung, Verschmutzung und Menschenrechtsverletzungen. Mit Infoständen und Kleidertausch zeigen FEMNET und Bonn im Wandel, dass es auch anders geht. Ab 10 Uhr erwartet Besucher_innen in der Poststraße ein buntes Programm. Politiker_innen, Organisationen und Bürger_innen sind eingeladen, beim „Besser leben ohne Primark–Talk“ vorbeizukommen und mitzureden über bessere Konzepte der Stadtentwicklung.

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