Aktuelles

Gewerkschaft NGWF verteilt Aufklärungsbroschüren und Nahrungsmittel in Bangladesch. © NGWF

Unterstützung für Textilarbeiter*innen in Bangladesch in der Corona Krise

Die Gewerkschaft NGWF setzt sich ein – für die Gesundheit und Versorgung von Arbeiter*innen in der Textilindustrie. Um Arbeiter*innen vor einer Ansteckung zu schützen und die Pandemiegefahr einzudämmen, hat NGWF Broschüren zu COVID-19 und notwendigen Präventionsmaßnahmen publiziert. Die Flugblätter wurden in der lokalen Sprache Bengali sowie in Englisch verteilt.

Corona Krise sorgt für Notstände. Nahrungsausgabe an Textilarbeiterin in Bangladesh. © NGWF

Auswirkungen der Corona Krise auf die Textilarbeiter*innen in Bangladesch

Bangladesch lebt zu 75% vom Export der Textilindustrie. Die Auswirkungen auf die Beschäftigten beim Ausbleiben von Bezahlungen und neuer Aufträge sind katastrophal. Die Präsidentin des Unternehmensverbands BGMEA Rubana Huq gab bekannt, dass Einkäufer Aufträge im Wert von 3.15 Milliarden US Dollar in 1.134 Fabriken gekündigt hätten oder Waren nicht abnähmen.

© Regina Weidental

Corona Nothilfefonds unterstützt Aktivitäten von Cividep in Bangalore

Seit vielen Jahren arbeitet FEMNET mit Cividep zusammen, die sich für die Stärkung der Arbeiter*innen in Bangalore einsetzt. Cividep in Kooperaation mit Munnade und Garment Labour Union (GLU) reagieren schnell auf die prekäre Situation der Textilarbeiter*innen in Bangalore, die trotz des Stillstehens der Fabriken in Bangalore verbleiben müssen. Im Mittelpunkt steht es Hilfe denen zu geben, die es am dringlichsten benötigen.

Neben Lebensmitteln werden auch Hilfen zur Kommunikation und Mietzahlung dringend benötigt.© SAVE

Bedeutung der COVID-19 Pandemie für Textilarbeiter*innen in Bangalore

Die COVID-19 Pandemie hat die indische Regierung veranlasst eine Ausgangssperre zu verhängen, die am 23. März 2020 in Kraft getreten ist, ursprünglich bis zum 14. April 2020 andauern sollte und letztlich bis zum 3. Mai 2020 verlängert wurde. Die Auswirkungen sind drastisch, und treffen auch die Textilarbeiter*innen in Bangalores Textilindustrie.

Innerhalb von 10 Tagen haben die Mitarbeiter*innen von SAVE Lebensmittel an über 1000 Familien verteilt, mitfinanziert über den FEMNET-Nothilfefonds. Tiruppur, Indien.

© SAVE

Corona-Nothilfefonds: Schnelle Hilfe für Näher*innen in Indien und Bangladesch

Global brechen aufgrund der Corona-Pandemie Lieferketten zusammen. Angesichts von Fabrikschließungen, Lohnausfällen, steigenden Lebensmittelpreisen und strengen Ausgangssperren verschärft sich die Situation für die prekär beschäftigten Textilarbeiter*innen zusehends. FEMNET hat einen Nothilfefonds ins Leben gerufen, damit sie sich und ihre Familien schützen und ihre Existenz sichern können. In Indien haben FEMNETs Partnerorganisationen mit der Verteilung von Nahrungsmitteln begonnen.

Lebensmittelverteilung an Wanderarbeiter*innen am 4. April 2020. © SAVE

FEMNET-Partnerorganisation SAVE verteilt Nahrungsmittel an Familien

Arbeiter*innen aus Tamil Nadu haben einen Arbeitsvertrag mit der Fabrik, der entweder einen Monatslohn beinhaltet oder sie werden nach Stück bezahlt. Sie erhalten seit 23. März 2020 keine Löhne mehr. Kurzarbeitergeld wie in Deutschland, wo der Staat den Unternehmen beispringt, gibt es nicht. Wohl aber können bedürftige Bürger*innen von Tamil Nadu Nahrungsmittel mit Hilfe einer „ration card“ erhalten.

FEMNETs langjährige Partnerorganisation SAVE hat Ende März 2020 schnell auf die prekäre Lage der Wanderarbeitere*innen reagiert und kümmert sich derzeit um die Versorgung insbesondere der Wanderarbeiter*innen, die vom Staat keine Unterstützung über die „ration card“ erhalten.

Lebensmittelverteilung an Wanderarbeiter*innen am 31. März 2020. © SAVE

Die Lage der Textilindustrie und Wanderarbeiter*innen in Tamil Nadu während der Corona-Pandemie

Mit dem Ausbruch der Corona-Krise verhängte die Regierung von Tamil Nadu eine Ausgangssperre vom 23. März bis ca. 14. April 2020. Plötzlich fuhren keine Züge und Überlandbusse mehr. Tausende von Wanderarbeiter*innen sitzen fest. Einige Wanderarbeiter*innen machten sich teilweise zu Fuß - in der Hoffnung unterwegs einen Bus zu finden - auf den Weg in die Heimat, denn wenn alle Fabriken geschlossen sind, erhalten sie keinen Lohn mehr und müssen hungern.

© Daria Nipot - Depositphotos.com

Wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Krise treffen Beschäftigte in Produktionsländern fatal - Textilbündnis muss sich gerade jetzt solidarisch zeigen

Bonn / Berlin. Die COVID-19-Krise trifft alle Akteure der textilen Lieferkette. Allerdings trifft sie die Schwächsten besonders hart. Modemarken und Einzelhandelsunternehmen müssen durch den Stillstand des öffentlichen Lebens hierzulande eklatante Umsatzeinbußen hinnehmen. Der wirtschaftliche Druck wird aber weitergegeben: Aufträge an Zuliefererfirmen in Bangladesch oder Kambodscha werden storniert und bereits fertiggestellte Ware nicht mehr abgenommen oder bezahlt. Die Zulieferer entlassen deshalb die ohnehin schlecht bezahlten Arbeiter*innen oder schließen vollständig. Für Arbeiter*innen verbindet sich dann das vor Ort wachsende Risiko einer COVID-19-Infektion bei schlechter Gesundheitsversorgung mit extremer wirtschaftlicher Not durch fehlenden Lohn.

© CCC

Appell an Unternehmen: Solidarität mit den Näher*innen in Zeiten der Corona-Pandemie

Global greift das Corona-Virus um sich. Unterschiedslos jeden von uns kann es treffen - unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe und Nationalität. Was heißt das für globale Lieferketten und unsere globale Verantwortung für ungeschützte Mitmenschen?

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