Aktuelles

Näherinnen in einer Fabrik in Bangalore, Indien.

Gendergerechte Gesundheit im Fokus: Start einer neuen Multi-Akteurs-Initiative im Bekleidungs- und Schuhsektor

Im April nimmt eine neue Initiative in der Textil- und Schuhindustrie Fahrt auf. Ziel ist, die gesundheitliche Situation der Arbeiter*innen zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Produktionsregionen in Indien und Indonesien sowie Handlungsmöglichkeiten in Deutschland. Die Organisationen FEMNET e.V. und SÜDWIND-Institut initiieren die Initiative in Deutschland. „Wir wollen von Anfang an die Bedarfe aller relevanten Stakeholder berücksichtigen. Dazu gehören die Arbeiter*innen vor Ort, lokale Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Organisationen. Gleichzeitig ist uns wichtig, Unternehmen, bestehende Initiativen und zuliefernden Betriebe mit einzubeziehen“, führt Projektleiterin Lisa Carl von FEMNET aus.

Junge Textilarbeiterin legt Fadenspulen in einer Spinnerei nach

Textilbündnis: Die Bündnisinitiative Tamil Nadu 2.0 startet erfolgreich in die zweite Phase

Das gemeinsame Engagement für verbesserte Beschwerdestrukturen in Spinnereien und die Förderung des Stakeholder-Dialogs gehen weiter. Die Bündnisinitiative Tamil Nadu ist im November 2021 in die zweite Phase gestartet. Nun liegt das Hauptaugenmerk auf rund 40 Spinnereien in den vier Distrikten Coimbatore, Dindigul, Erode und Tiruppur.

Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie FEMNET beteiligen sich erneut die vier Bündnisunternehmen Tchibo, die Otto Group, KiK und die HUGO BOSS AG an dem Projekt. Wie schon in der ersten Projektphase organisiert die lokale NGO SAVE die Implementierung vor Ort.

Steigende Infektionszahlen und erneute Lockdowns im indischen Bundesstaat sorgten für Verzögerungen. Doch nun nimmt das Projekt Fahrt auf und die ersten Trainings und Fabrikbesuche konnten stattfinden.

Auswirkungen des Ukrainekrieges auf die Modeindustrie

Putins Angriff auf die Ukraine hat weitreichende Folgen für die Menschen in der Ukraine, Russland und Europa. Auch die Modeindustrie reagiert auf den Krieg. So stoppen zahlreiche Modeunternehmen ihre Geschäftstätigkeiten in Russland. Gleichzeitig wirken sich die Sanktionen gegen Putin auf textile Lieferketten aus und Textilfabriken in der Ukraine werden durch Angriffe zerstört.

Disclaimer: Dieser Bericht stützt sich auf Informationen, die wir aus verschiedenen Medien zusammengetragen haben. Eine Zusammenstellung finden Sie auch in unserem aktuellen News-Update. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Angaben aufgrund der aktuellen Lage nachprüfbar sind.

Demonstrierende Gewerkschafterinnen in Bangalore, Indien

© SAVE, Indien

Ratifizierung der ILO Konvention 190 gefordert

Im Rahmen des Textilbündnisses hat FEMNET vorgeschlagen, zum Frauentag am 8. März die Bundesregierung in einem Offenen Brief aufzufordern, endlich die ILO Konvention 190 gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz zu ratifizieren. Insgesamt haben 32 Bündnismitglieder, darunter 17 Unternehmen, einen Brief an Minister Heil (Arbeitsministerium) und Ministerin Schulze (BMZ) unterzeichnet. 

FEMNET-Statement zum Internationalen Frauentag 2022

Putins grausamer Krieg in der Ukraine zeigt uns abermals, welch zerstörerischen Kräfte Diktaturen entfalten können – und wie wichtig Widerstand, ein aktiver Schutz der Menschenrechte sowie eine starke Zivilgesellschaft sind. Wir erklären uns solidarisch mit den mutigen Menschen in der Ukraine, die gegen den gewaltsamen Angriff und um ihr Leben kämpfen. Zum Weltfrauentag erklären wir uns insbesondere solidarisch mit all den Frauen, die Not und Gewalt ausgesetzt sind.

Kunst statt Konsum: T-Shirt-Kunst gegen Wegwerfmode

Pipilotti Rist, Frank Schätzing, Marcel Odenbach, Pia Fries und 15 weitere namhafte Künstler*innen setzen ein Zeichen für Nachhaltigkeit in der Textilindustrie. Sie schaffen Kunstwerke aus eigenen T-Shirts, die ab heute in einer Onlinegalerie zu sehen sind und am Rana Plaza Gedenktag „fairlost“ werden.

Fabrikarbeiterinnen in einer indonesischen Textilfabrik.

© FEMNET

EU-Lieferkettengesetz: Für „großen Wurf“ nicht konsequent genug

Am 23.02.2022 hat die EU ihren Entwurf für ein europaweites Lieferkettengesetz vorgestellt. Das ist ein gutes Signal für die Einhaltung von Menschenrechten und den Klimaschutz entlang globaler Lieferketten. In Bezug auf die Größe der Unternehmen ist der EU-Entwurf ambitionierter als der deutsche. Gleichzeitig fehlen auch hier ausreichende Haftungsreglungen für Unternehmen oder Hinweise auf gendersensible Maßnahmen, um Arbeiter*innen, insbesondere Frauen und Mädchen, vor Ausbeutung und Gewalt zu schützen.

Katja Doerner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn

Gemeinsam für Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltiges Wirtschaften: Bonner OB Katja Dörner begrüßt Jahrespartnerschaft mit FEMNET

Bonn. Oberbürgermeisterin Katja Dörner hat in einer Videobotschaft dem Bonner Frauenrechtsverein FEMNET zum 15-jährigen Bestehen gratuliert. Seit 2007 setzt sich der Verein, der 2022 Jahrespartner der Stadt Bonn ist, für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Textilarbeiter*innen ein und klärt über die Hintergründe der globalen Bekleidungsindustrie auf.

Blau bemalte Hände mit dem Schriftzug Stop GBV

© FEMNET

Berichte der Unternehmen im Textilbündnis zum Thema "Geschlechtsspezifische Gewalt"

Ende Dezember haben 43 Mitgliedsunternehmen des Textilbündnisses ihre Berichte zur Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette veröffentlicht. Darin beschreiben sie die bisherigen Maßnahmen sowie zukünftigen Zeile zur Bekämpfung von Gender Based Violence (GBV). Fast alle Unternehmen schätzen das Risiko für GBV grundsätzlich als hoch zwar ein, wenn sie in Asien produzieren lassen, die Maßnahmen fallen aber sehr unterschiedlich aus.

Fabrikhalle in Indonesien

© FEMNET

EU-Lieferkettengesetz: Kommission kündigt Entwurf für Februar an – mehr als 100 Unternehmen fordern Haftungsregel

Über 100 Unternehmen und Investor*innen aus Europa sprechen sich für ein weitreichendes EU-Lieferkettengesetz aus, das auch eine zivilrechtliche Haftung für Unternehmen fordert. Die EU-Kommission wird am 23. Februar dazu beraten.

Junge Frau mit weißem, T-Shirt und Spiegelreflexkamera

© Monica Turlui - pexels.com

Bekannte Künstler*innen spenden Kunstwerke für Nachhaltigkeit und Fairness in der globalen Modeindustrie

Save the Dates:
Di., 01. März 2022: Start Onlinegalerie mit T-Shirt-Kunstwerken
So., 24. April 2022: Ausstellung und Fairlosung im Rautenstrauch-Joest-Museum

Bonn. Die Bonner Frauenrechtsorganisation FEMNET e.V. zeigt ab Dienstag, 01. März 2022 online 17 gespendete Unikat-Kunstwerke namhafter Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland (vorrangig aus Nordrhein-Westfalen). Die Kunstwerke thematisieren das T-Shirt als Symbol für schnelllebige Billigmode und sind Höhepunkt der fünfmonatigen Solidaritäts- und Bildungskampagne #eintshirtzumleben von FEMNET.

© taoonex -pixabay.com

Nachhaltige Textilien im Profisport: Eine Machbarkeitsstudie untersucht die Einkaufspraktiken von Spitzenclubs

Solaranlagen auf dem Stadiondach, weniger Müll mit Mehrweggeschirr, die Bratwurst vom Bio-Bauern um die Ecke - in den letzten Jahren hat das Engagement des Profisports für mehr Nachhaltigkeit stark zugenommen. Maßnahmen zu Einkaufspraktiken und insbesondere zur nachhaltigen Textilbeschaffung sind bisher jedoch rar.

Protestierende Frauen und Männer in Myanmar

© Myanmar now media

Internationale Marken müssen handeln und die Produktion in Myanmar einstellen

Am 1. Februar 2021 putschte das Militär in Myanmar, verhaftete die gewählten Regierungsmitglieder*innen und übernahm die Macht. Vier Tage später begann ein Generalstreik mit zahlreichen Straßenprotesten, der als Bewegung des zivilen Ungehorsams bekannt ist. An vorderster Front die Textilarbeiter*innen Myanmars. Ihr Protest wird bis heute gewaltsam unterdrückt, Gewerkschafter*innen verhaftet und getötet. Internationale Marken müssen handeln und die Produktion in Myanmar einstellen, um das Militärregime zu schwächen.

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