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90 Tage bis zum Ablauf des Abkommens für Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch

Accord LogoDie Kampagne für Saubere Kleidung mahnt und ruft Metro sowie weitere Unternehmen dringend zur Unterzeichnung des neuen Abkommens auf.

Das derzeit gültige Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit für Bangladesch (ACCORD) läuft in 90 Tagen aus. Es ist daher dringend geboten, zu handeln. In den letzten Jahren konnten viele Fortschritte erreicht werden, doch besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf. Deshalb müssen durch die Fortführung des Abkommens konkrete und strukturelle Veränderung weiter vorangetrieben werden. Die Vertragspartner müssen ihr Engagement fortsetzen, um in Bangladesch zur Schaffung einer sicheren und nachhaltigen Bekleidungsindustrie beizutragen.

Arbeiterinnen protestieren gegen sexuelle Gewalt

Demonstration am 10.03.2018. Foto: © Garment Labour Union (GLU), BangaloreDemonstration am 10.03.2018. Foto: © Garment Labour Union (GLU), BangaloreRund 350 Textilarbeiterinnen kamen am 10. März 2018 in Bangalore (Indien) anläßlich des internationalen Frauentags (08.03.) zu einem friedlichen Protest zusammen, um für Menschen- und vor allem Frauenrechte am Arbeitsplatz zu demonstrieren. Mit Kerzen in den Händen bildeten sie eine Menschenkette und forderten das Ende sexueller Gewalt am Arbeitsplatz. Doch auch andere Arbeitsrechtsverletzungen wurden angeprangert: Geringe Löhne, ständiger Druck durch Vorgesetze, Belästigung, mangelnde Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Kinderbetreuung für Arbeiterinnen und die Behinderung gewerkschaftlicher Arbeit sind einige der häufigsten Probleme, mit denen die Frauen in den Fabriken zu kämpfen haben.

Vorträge zu fairer öffentlicher Beschaffung an der Verwaltungsakademie Berlin

Impulse zu Fairer Öffentlicher Beschaffung an der Verwaltungsakademie Berlin. Foto: © FEMNETImpulse zu Fairer Öffentlicher Beschaffung an der Verwaltungsakademie Berlin. Foto: © FEMNETMenschenrechte und Umweltstandards werden in der globalisierten Produktion von Gütern tagtäglich verletzt – Güter, die auch die öffentliche Hand einkauft. Deshalb hat der europäische und deutsche Gesetzgeber festgelegt, dass ökologische und soziale Kriterien in der öffentlichen Beschaffung eine große Rolle spielen dürfen oder sollen. Wie sich die Anforderungen an Mitarbeiter*innen in der Verwaltung über die Jahre geändert haben und was der aktuelle Stand des Vergaberechts vorsieht, das war ein Thema in unseren Vorträgen im Rahmen der Weiterbildung „Grundlagen des Vergabewesens“ an der Verwaltungsakademie Berlin. Besonders spannend für die Teilnehmenden waren allerdings die Fragen des „wie“. Die rund 20 Mitarbeiter*innen aus dem öffentlichen Dienst der Bezirke und des Landes Berlin wurden über die Möglichkeiten zur Verwendung von „Gütezeichen“ wie etwa den Siegeln des fairen Handels informiert. In Modellprojekten wurden auch darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten entwickelt, die wir immerhin anreißen konnten.

Die zwei Vorträge durfte die FEMNET-Mitarbeiterin Anne Neumann auf Initiative des Berliner Promotor für kommunale Entwicklungspolitik Michael Jopp im Kurs von Thomas Griewald halten.

Unsere Vorträge und Workshops können an allen Aus- und Weiterbildungsstätten für Mitarbeiter*innen des öffentlichen Dienstes, die mit Verbavorgängen befasst sind, kostenlos angeboten werden. Informationen finden Sie in unserem Flyer (PDF-Datei). 

Feedback zur Veranstaltung:

„Faire Vergabe ist ordnungsgemäße Vergabe, ist wirtschaftliche Vergabe - Wirtschaftlichkeit im umfassenden Sinn. Lieferungen und Leistungen dürfen nur von fach- und sachkundigen Dienstkräften vergeben werden.

Aufgrund der - inhaltlich und mengenmäßig - steigenden Anforderungen an die Verwaltung und der noch nicht überall verbreiteten zentralen Vergabestellen, müssen Dienstkräfte mit den umfangreichen Anforderungen des Vergaberechts umgehen können.

Die von den Referierenden vorgestellten Methoden und Erfahrungen anderer öffentlicher Auftraggeber sind dafür eine sehr große Hilfe.“

Thomas Griewald,
Dozent für Grundlagen des Vergabewesens an der Verwaltungsakademie Berlin

 

Verstoß gegen OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen-SÜDWIND legt Beschwerde gegen Adidas ein

Das SÜDWIND-Institut wirft Adidas vor, im Fall der gesetzwidrigen Entlassung von mehr als 300 ehemaligen Beschäftigten ihres indonesischen Zulieferers Panarub im Jahr 2012 seinen unternehmerischen Sorgfaltspflichten nicht nachgekommen zu sein.

Internationaler Frauentag: FEMNET fordert Schutz vor Gewalt bei der Arbeit

Die #metoo-Bewegung macht deutlich: Geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz gehört zum Alltag vieler Arbeitnehmerinnen. Anlässlich des Internationalen Frauentags ruft FEMNET zur Solidarität mit den Näherinnen in Südasien auf.

Weltweit leiden mehr als ein Drittel aller Frauen, also über 800 Millionen, unter Gewalt am Arbeitsplatz. Besonders gefährdet sind Frauen in schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverhältnissen, wie sie in der globalen Textilindustrie bis heute massenhaft zu finden sind. Allein in Indien und Bangladesch sind mehr als 60 Prozent der Arbeiterinnen in Textilfabriken betroffen. Sie werden von Aufsehern an den Haaren gezogen, schikaniert, unflätig beschimpft, sexuell belästigt, nicht selten sogar vergewaltigt. Außerdem lastet ein ungeheurer Druck auf den Frauen: So müssen sie, wenn sie ihr Soll nicht erfüllen, oft unbezahlte Überstunden leisten.

Zur Unterstützung dieser Frauen in Indien und Bangladesch hat FEMNET einen Rechtshilfefonds eingerichtet, der ihnen dabei hilft, ihre Rechte einzuklagen.

Poster- und Wanderausstellung - Höhepunkte 2017

Präsentation der Wanderausstellung zusammen mit Mode des jungen Fairtrade-Labels Azadi Fashion in der Galerie im Weltladen Würzburg. © Weltladen WürzburgPräsentation der Wanderausstellung zusammen mit Mode des jungen Fairtrade-Labels Azadi Fashion in der Galerie im Weltladen Würzburg. Foto: © Weltladen WürzburgNach zwei erfolgreichen Jahren der Ausstellungsausleihe „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ wurde die Wanderausstellung Anfang 2017 überarbeitet und im Mai 2017 um eine Posterausstellung ergänzt. Mit der käuflich zu erwerbenden Posterausstellung wurde ein neues effektives Bildungsinstrument geschaffen, für Arbeitsrechte von Frauen in der Bekleidungsindustrie in Asien zu sensibilisieren. Sie bietet sich für diverse Veranstaltungsformate wie Workshops, Aktionstage, Seminare und Unterricht an Schulen und Hochschulen an. Die Poster enthalten vielfältige Informationen über die Rolle von Frauen, ihren Arbeitsbedingungen und -rechten in Asien und geben den porträtierten Frauen aus dem Süden weiterhin eine Stimme im Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Die Wander- und Posterausstellung wurden 2017 insgesamt an 27 Standorten in Deutschland und in der Schweiz eingesetzt. Eingerahmt in Aktionstagen, Schulveranstaltungen, Workshops, Messen und vielen weiteren Angeboten genoss die Ausstellung auch 2017 eine hohe Aufmerksamkeit und erreichte verschiedenste Interessenten und Zielgruppen.

Die Schattenseiten des Booms – Aktivist*innen aus Myanmar berichten über Arbeitsrechtsverletzungen im neuen Musterland der Investoren

Teilnehmer*innen der Informationsveranstaltung in Bonn. Foto: © FEMNETTeilnehmer*innen der Informationsveranstaltung in Bonn.
Foto: © FEMNET
“Made in Myanmar” prangt immer häufiger auf den Etiketten von Hosen, Hemden und Jacken. Die Textilindustrie im Land boomt, Weltmarken wie Adidas oder H&M lassen in dem südostasiatischen Staat produzieren – unter fragwürdigen Bedingungen. Über die Schattenseiten des bei Investoren gelobten Musterlandes Myanmar berichteten Arbeitsrechts-Aktivist*innen auf Einladung von FEMNET am 22. Februar 2018 im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) vor über 30 Interessierten in Bonn.

Kampagne-Logo International Trade Union Confederation mit Sitz in Brüssel

Für eine ILO-Vereinbarung gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz

FEMNET unterstützt die am 14.02.2018 startende Kampagne für die Unterzeichnung einer ILO-Konvention gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz. Die Kampagne läuft bis zum Frauentag am 8. März. Bisher gibt es zwar das 1979 von der UN verabschiedete Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW), doch gibt es noch kein internationales Gesetz, das Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz vorschreibt.

FEMNET-Forderungen an Modeunternehmen

FEMNET hat im Frühjahr 2018 einen Zusammenstellung von Forderungen an Modeunternehmen zusammengestellt. Diese Forderungen hat basierenauf den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen, der ILO MNU Erklärung und dem Nationalen Aktionsplan.

Lesen Sie unserer Zusammenstellung hier im Wortlaut.

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