Aktuelles

Zivilgesellschaft im Textilbündnis appelliert an Unternehmen: Zeigt mehr Einsatz für existenzsichernde Löhne!

logos femnet suedwind inkota

Bonn/Berlin. Existenzsichernde Löhne sind ein zentrales Element menschenwürdiger Arbeit. In den Ländern des Globalen Südens allerdings kann ein großer Teil der Beschäftigten vom hart erarbeiteten Lohn nicht menschenwürdig leben. Dies gilt auch und insbesondere für die Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie. Das im Jahr 2014 auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller gegründete Bündnis für nachhaltige Textilien ist angetreten, dies zu ändern. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen im Textilbündnis rufen jetzt alle Mitglieder auf, dem Bekenntnis Taten folgen zu lassen und sich verstärkt für die Zahlung existenzsichernder Löhne einzusetzen.

Die Repression protestierender Arbeiter*innen in Bangladesch zeigt den mangelnden Respekt der Regierung für Grundfreiheiten

Grundlohndemo 27. Juli 2018. Foto: © NGWFFoto: © NGWF

Bonn. Nach der jüngsten Revision der Mindestlöhne im Textilsektor sind in Bangladesch tausende Arbeiter*innen aus Protest auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Dhaka feuerte die Polizei Gummigeschosse und Tränengas in die Menge, worauf ein Arbeiter starb und viele andere verletzt wurden.

Die Kampagne für Saubere Kleidung verurteilt entschieden die gewaltsame Beschneidung des Demonstrationsrechts“, sagt Artemisa Ljarja, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung.

Ali Enterprises: Landgericht Dortmund weist Klage gegen KiK ab

Sieben Jahre sind nicht genug: Keine Gerechtigkeit für Ali Enterprises  Textilarbeiter*innen und ihre Familien

Foto: © medico international/Holger PriedemuthFoto: © medico international/Holger PriedemuthDortmund. Das Landgericht Dortmund fällte am 10.01.2019 eine sehr enttäuschende Entscheidung: Es wird den Fall zum Fabrikbrand bei dem pakistanischen Zulieferer des deutschen Textilunternehmens KiK vom Septmeber 2012 nicht verhandeln – wegen gesetzlichen Verjährungsfristen. Die Kläger*innen waren vier Mitglieder der Ali Enterprises Factory Fire Affectees Association. Mit dieser Entscheidung entzieht sich das Unternehmen jeglicher Verantwortungspflicht gegenüber den Arbeiter*innen, welche dessen Waren fertigen.

FairQuatschen – offener Aktionstreff von FEMNET

Unsere offenen Aktionstreffen in Bonn und Köln sind für Interessierte und Neugierige, Aktive und Engagierte, Laien und Expert*innen ein ungezwungenes Forum, um sich über Themen rund um Mode und Menschenrechte auszutauschen.

Wir diskutieren unsere Ideen und Interessen, vernetzen uns und lernen neue Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Kompetenzen kennen. Gemeinsam planen wir Aktionen wie Kleidertauschparties oder beteiligen uns an Kampagnen von FEMNET und der Kampagne für Saubere Kleidung mit Straßenaktionen, etwa #GegenGewalt an Textilarbeiterinnen oder zum Rana Plaza Gedenktag. Auch gemeinsame Exkursionen zu Ausstellungen oder fairen Läden stehen auf dem Programm. Wer aktiv werden will ist uns herzlich willkommen!

Die Aktionstreffs organisieren wir ehrenamtlich und wir freuen uns über Mitwirkende. Du hast eine Idee? Sprich uns einfach an oder schreib uns eine Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bonner Aktionstreff

Nächster Termin in Bonn: Sobald es neue Termine gibt, geben wir sie hier bekannt.

 

Kölner Aktionstreff

Nächster Termin in Köln: Sobald es neue Termine gibt, geben wir sie hier bekannt.

 

Kleidertausch statt Kaufrausch!

Alle drei Monate veranstaltet der Bonner Aktionstreff zusammen mit Greenpeace Bonn sonntags eine Kleidertauschparty in der Alten VHS. Hier darf jede_r bis zu fünf gut erhaltene Kleidungsstücke (außer Unterwäsche) mitbringen und bis zu fünf Kleidungsstücke mit nach Hause nehmen. Es gibt Kaffee, Tee und meist auch eine Leckerei gesponsert von FoodSharing.

Wir organisieren alles selbst und teilen uns die Schichten zum Kleidung sortieren, Siebdrucken, Kaffee kochen usw... Über Unterstützung freuen wir uns!

Wann die nächste Kleidertauschparty stattfinden kann, ist derzeit leider noch unklar. Neue Termine geben wir hier bekannt.

 

Rückblick auf die Speakers Tour zum Thema „Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz“ mit indischen Aktivistinnen

Mary Viyakula (links) und Deepika Rao (rechts) nach dem Vortrag an der Hochschule Reutlingen. Foto: © Volker Rekittke, Schwäbisches TagblattMary Viyakula (links) und Deepika Rao (rechts) nach dem Vortrag an der Hochschule Reutlingen.
Foto: © Volker Rekittke, Schwäbisches Tagblatt
Vom 5.-16.11.2018 reisten die beiden indischen Referentinnen im Rahmen einer Vortragsreise Mary Viyakula von der Organisation SAVE (Social Awareness and Voluntary Education) und Deepika Rao von Cividep India quer durch Deutschland, um über die geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz in der indischen Textilindustrie zu berichten. Sie schilderten anschaulich die prekäre Situation der Frauen und berichten über Ansätze, wie sich Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie wehren und wie wir sie von Deutschland aus dabei unterstützen können.

Die Rundreise wurde von den zivilgesellschaftlichen Organisationen im Textilbündnis organisiert und es wurden auf Stationen in Halle (Saale), Leipzig, Reutlingen, Augsburg, München, Hamburg und Bremen ca. 450 Menschen erreicht.

Vier Jahre Bündnis für nachhaltige Textilien: Ein Prozess – komplex, langwierig, herausfordernd

Ein Rückblick auf das Jahr 2018 und Ausblick auf 2019 aus Sicht der zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen im Steuerungskreis

Logo NRO Textilbündnis Bonn/Berlin. Erneut geht im Textilbündnis ein arbeitsreiches Jahr zu Ende: Im Jahr 2018 mussten zum ersten Mal alle Mitglieder in individuellen Maßnahmenplänen ihre Ziele für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in ihren Lieferketten offenlegen. Zuvor wurden diese von einer externen Prüforganisation auf Plausibilität und Übereinstimmung mit den Anforderungen geprüft. Vom Steuerungskreis wurden zudem die Themen existenzsichernde Löhne, Lieferkettentransparenz und Wirkungsmessung als Schwerpunkte für das Jahr 2018 festgelegt. Die nachfolgenden Erläuterungen geben einen Einblick, wie die Fortschritte im letzten Jahr von den zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen im Steuerungskreis des Textilbündnisses beurteilt werden.

Immer mehr Städte wagen sich an Pilotprojekte zur Beschaffung öko-fairer Arbeitsbekleidung

Bedarfsträger informieren sich beim Nutzerworkshop in Stuttgart über die neu beschafften Schuhe. Foto: © FEMNETBedarfsträger informieren sich beim Nutzerworkshop in Stuttgart über die neu beschafften Schuhe. Foto: © FEMNETErfolgsmeldungen in Köln, Stuttgart, Mannheim, Veitsbronn (Bayern) & Markkleeburg (Sachsen): Mit den laufenden Beratungs- und Schulungsangeboten gelang es FEMNET 2018, das Thema öko-faire Vergabe in die Breite zu tragen. Große und auch kleinere Kommunen und Kreise bauten Expertise auf und zeigten mit erfolgreichen Pilotprojekten, dass die öffentliche Beschaffung sehr wohl öko-fair gestaltet werden kann. 2019 werden laufende Beratungen fortgesetzt. Die Erfahrungen und Lerneffekte wird FEMNET Ende des Jahres erneut in einer ausführlichen Publikation zur Verfügung stellen.

Von der rühmlichen Ausnahme zur Alltagspraxis: Wie können wir die faire öffentliche Textilbeschaffung verbreite(r)n?

Was brauchen wir, damit in Kommunalverwaltungen flächendeckend eine faire öffentliche Textilbeschaffung umgesetzt wird? Momentan gibt es in verschiedenen Kommunen Praxis-Pilotprojekte, Leitfäden, Dienstanweisungen, Ratsbeschlüsse – der Kompass Nachhaltigkeit zeigt aktuell 877 Beispiele aus 67 Kommunen zu 12 verschiedenen Produktgruppen. Aber von einer standardmäßigen wirksamen Einbeziehung Kriterien sozialer und ökologischer Verantwortung in der Herstellung der beschafften Textilprodukte sind wir nach wie vor weit entfernt. Dieser Herausforderung stellten sich am 26. und 27. Oktober 2018 die 20 Teilnehmenden der Intensivschulung „Wie gelingt Faire öffentliche Textilbeschaffung“. Viele der Teilnehmenden hatten für ihre Multiplikator*innenarbeit zu dem Thema zuvor die Intensivschulungen zu den Modulen 1-4 von FEMNET besucht. An der Aufbauschulung nahmen jedoch auch Beschaffer*innen und andere Angestellte aus Kommunalverwaltungen teil.

Bündnisinitiative Tamil Nadu erfolgreich gestartet

Erschöpfte Mädchen in einer Spinnerei in Tamil Nadu, die tagsüber schlafen, da sie nachts gearbeitet haben. Foto: © FEMNETErschöpfte Mädchen in einer Spinnerei in Tamil Nadu, die tagsüber schlafen, da sie nachts gearbeitet haben. Foto: © FEMNETBonn. Am 01.07.2018 startete die Bündnisinitiative (BI) Tamil Nadu im Rahmen des Textilbündnisses, ein erster Fortschrittsbericht liegt inzwischen vor.

Die BI hat drei Komponenten:
a) Dialog,
b) Trainings der jungen Frauen in den Fabriken,
c) Trainings von Inspektoren.

FEMNET’s Partner SAVE führt maßgeblich die Trainings in rund 300 Spinnereien durch. Über 80 Trainer*innen aus 40 NROs wurden dafür ausgebildet.

Weitere Beiträge ...

Neugierig? Unser Newsletter

Jetzt spenden