Aktuelles

Partnerbesuche in Indien und Bangladesch

Unterwegs in Bangladesch und Indien: Kolleginnen von FEMNET haben Anfang des Jahres 2019 unsere Partner*innen besucht – und sich vom Vorankommen der gemeinsamen Projekte überzeugt. Wir haben Textilfabriken besichtigt, uns mit Gewerkschafter*innen über Probleme ausgetauscht und mit Arbeiterinnen und Arbeitern gesprochen. Nach wie vor ist die Situation der Frauen in der Textilindustrie prekär: Niedrige Löhne, Überstunden und sexuelle Belästigung sind bitterer Alltag.

© charles deluvio - unsplash.com

Schuster, gönn dir neue Leisten: Stuttgarts Pilotprojekt für nachhaltige Arbeitsschuhe

Die Zivilgesellschaft forderte schon lange mehr Nachhaltigkeit und auch der Rat und die Verwaltung positionieren sich klar: Stuttgart möchte bei der Verbesserung globaler Lebens- und Arbeitsbedingungen durch die öffentliche Beschaffung eine besondere Vorreiterrolle übernehmen. Die Stadt wollte eben nicht mehr „bei den Leisten“ bleiben und die erhebliche Nachfragemacht von Kommunen bewusst nutzen, um faire Produktionsbedingungen und das Angebot fairer Produkte zu stärken. FEMNET begleitete die Kommune beim erfolgreichen Pilotversuch zur Beschaffung nachhaltiger Arbeits- und Sicherheitsschuhe.

100 Jahre ILO: Zeit für Gesetze #GegenGewalt an Textilarbeiterinnen!

2019 feiert die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) ihren hundertsten Geburtstag. Mit ihrem höchsten Gremium, der Internationalen Arbeitskonferenz treten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen jedes Jahr in Genf zusammen, um über internationales Arbeitsrecht zu entscheiden. In diesem Jahr tagt die Konferenz vom 10. bis zum 21. Juni und befasst sich mit der Frage nach Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Bisher gibt es dazu auf internationaler Ebene noch keine wirksamen Regelungen.

Foto: © Saskia Wulfinghoff

Streik in Äthiopien

Seit dem 7. März 2019 streiken Tausende von Textilarbeiter*innen immer wieder in Äthiopiens größtem Textilpark Hawassa. Die nicht organisierten Arbeiter*innen (Gewerkschaften sind im Hawassa Park verboten) verlangen höhere Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und Stopp gegen sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz.

Der Textilpark mit 52 Fabrikhallen wurde von der äthiopischen Regierung seit Juni 2017 für ausländische Inverstoren zur Verfügung gestellt. Unternehmen wie H&M und PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger), aber auch Produzenten aus Indien, China Sri Lanka u.a. Ländern lassen dort zu niedrigsten Löhnen produzieren. Der Park ist einer von fünf Parks, geplant sind bis 2015 insgesamt 30 Industrieparks von der Regierung. Derzeit liegt der Exporterlös aus der Bekleidungsproduktion aus allen Industrieparks in Äthiopien bei 145 Mio USD.

Die zukünftigen Multiplikatorinnen für faire öffentliche Beschaffung. © FEMNET

Mit neuer Kraft voraus - Expertenteam für mehr Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung wächst

Die bedeutende Marktmacht der öffentlichen Hand rückt immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit: Allein in NRW konsumieren Behörden und Kommunen für rund 50 Mrd. Euro jährlich. Weitere Kommunen wollen darauf achten, dass die Produkte, die sie kaufen, nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden. Um sie bei den einzelnen Schritten zu begleiten, hat FEMNET die Aus- und Weiterbildung von Multiplikator*innen auch in diesem Jahr weiter fortgesetzt.

Accord arbeitet weiter, doch Arbeitgeberlobby entscheidet künftig mit

Nach monatelangem Ringen und mehrfachem Aufschub der Entscheidung durch den Obersten Gerichtshof wurde in Bangladesch am 19. Mai 2019 endlich eine Vereinbarung zum Accord-Abkommen getroffen: Dem Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz wird die Weiterarbeit für 281 Tage garantiert.

Darüber hinaus umfasst die Vereinbarung die Einrichtung eines nationalen Sicherheitsausschusses, der die Aktivitäten des Accord sowie seine gesamte Infrastruktur und das Personal nach Ablauf dieser Frist übernehmen wird. Es handelt sich um eine Vereinbarung zwischen dem Accord Steering Committee und der BGMEA (Arbeitgeberverband der bangladeschischen Bekleidungsindustrie) und wird von der bangladeschischen Regierung gebilligt.

FEMNET bei der Messe Fair Handeln in Stuttgart

Die FEMNET-Projektreferentinnen Marijke Mulder und Anni Korts-Laur am Messestand bei der Fair Handeln Stuttgart. Foto: © FEMNETDie FEMNET-Projektreferentinnen Marijke Mulder und Anni Korts-Laur am Messestand bei der Fair Handeln Stuttgart. Foto: © FEMNETVom 25. bis 28. April 2019 fand in Stuttgart die Messe Fair Handeln statt. FEMNET war vor Ort vertreten, um erste Ergebnisse der aktuellen Studien zu Arbeitsbedingungen in der Berufsbekleidungsindustrie in Tunesien und Indien vorzustellen.

Marijke Mulder, FEMNET-Projektreferentin, präsentierte die Ergebnisse im Rahmen der Podiumsdiskussion “Fashion Revolution. Chancen und Herausforderungen in der Textilproduktion”, an der auch SethuLakshmy Chakkenchath, Mitarbeiterin des Fairtrade-Produzentennetzwerks NAPP (des Network of Asia and Pacific Producers), Rapha Breyer von TransFair e.V. und Deniz Köksal von der Hochschule Reutlingen, der seine Forschungsergebnisse aus Vietnam und Indonesien vorstellte.

Rana Plaza Gedenktag: Aktionstheater #GegenGewalt in Bonn

Eine gewaltvolle Szene mitten in der Bonner Innenstadt: Immer wieder erhebt der Aufseher seine Hand gegen die Näherin und hinterlässt mit jedem symbolischen Schlagen, Kneifen, Festhalten einen blauer Handabdruck auf ihrer weißen Kleidung. Erschöpft sinkt ihr Kopf auf den Tisch. „Schneller! Es gibt jetzt keine Pause! Zurück an die Arbeit!“ Anlässlich des Rana Plaza Gedenktages machten Bonner Aktivistinnen am 24.04.2019 mit einem Aktionstheater auf die problematischen Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie aufmerksam.

Rana Plaza Gedenktag: Aktionstheater #GegenGewalt in Bonn

Rana Plaza 2019 gegenGewalt 2 450p cFEMNETAktionstheater gegen Gewalt an Frauen anlässlich des Rana Plaza Gedenktages 2019. Foto: © FEMNETEine gewaltvolle Szene mitten in der Bonner Innenstadt: Immer wieder erhebt der Aufseher seine Hand gegen die Näherin und hinterlässt mit jedem symbolischen Schlagen, Kneifen, Festhalten einen blauer Handabdruck auf ihrer weißen Kleidung. Erschöpft sinkt ihr Kopf auf den Tisch. „Schneller! Es gibt jetzt keine Pause! Zurück an die Arbeit!“

Anlässlich des Rana Plaza Gedenktages machten Bonner Aktivistinnen am 24.04.2019 mit einem Aktionstheater auf die problematischen Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie aufmerksam.

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