Aktuelles

Teilnehmende Vertreter*innen der Initiative Lieferkettergesetz bei der Unzterschriftenübergabe am 06.12.2022

© Initiative Lieferkettengesetz

Petitionsübergabe: 90.000 Menschen fordern starkes EU-Lieferkettengesetz – NGO-Bündnis kritisiert Position der Bundesregierung

Erweiterte Pressemitteilung der Initiative Lieferkettengesetz vom 06.12.2022

Berlin, 06.12.2022. Die Europäische Union will Unternehmen zum Schutz von Menschenrechten und der Umwelt in ihren Wertschöpfungsketten verpflichten. Offen ist jedoch, wie wirksam das sogenannte EU-Lieferkettengesetz ausfällt. Der zuständige EU-Ministerrat hat sich vergangenen Donnerstag in Brüssel auf eine Position geeinigt, die zwar über das deutsche Lieferkettengesetz hinausgeht, aber dennoch zahlreiche Schlupflöcher enthält. Mehrere EU-Regierungen, darunter Deutschland, versuchen weiterhin, das Vorhaben abzuschwächen. Dagegen protestierten heute in Berlin Aktivist*innen der „Initiative Lieferkettengesetz“ und überreichten eine an Bundeskanzler Olaf Scholz gerichtete Petition mit 90.248 Unterschriften.

Gruppe Studierender im Liebig, reparieren ihre mitgebrachten Textilien.

© Johanna Liebl

Reparaturbrunch is back - Erstmals Präsenztermin als Reparatur-Café in Köln

Studierende aus dem Bereich Textil/Bekleidung und FEMNET haben die Adventszeit mit einem Reparaturcafé eingeläutet. Im Rahmen des Reparaturbrunchs konnten Interessierte am ersten Adventssonntag am 27.11.2022 im Liebig 257 in Köln ihren zerschlissenen Kleidungsstücken ein zweites Leben einhauchen.

Sign the Accord

Lieferkettengesetz – Jetzt müssen deutsche Unternehmen liefern: Menschenrechtsorganisationen drohen mit Beschwerde über Textilunternehmen, die Sicherheit in Fabriken vernachlässigen

Gemeinsame Presseerklärung von FEMNET und ECCHR

Logos von FEMNET und ECCHR

Bonn / Berlin. Heute, am 24. November 2022, jährt sich der Brand von Tazreen, bei dem über 110 Textilarbeiter*innen in Bangladesch ums Leben kamen, zum zehnten Mal. Genau sechs Monate später starben in den Trümmern von Rana Plaza mehr als 1.100 Menschen, die Kleidung für internationale Modeunternehmen nähten. Das „Abkommen für Gebäudesicherheit und Feuerschutz in Bangladesch“ (Bangladesh Accord) war eine Reaktion auf diese Tragödien und hat erfolgreich dazu beigetragen, solch vermeidbare Katastrophen in der Bekleidungsindustrie zu verhindern, wo alle anderen Programme versagt haben. Der Accord in Bangladesch gilt als der erfolgreichste Mechanismus zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz weltweit. Dennoch haben einige führende Unternehmen, die in Bangladesch produzieren lassen, bis heute weder den Bangladesh Accord noch seinen Nachfolger – den Internationalen Accord, der eine Ausweitung des Abkommens auf andere Länder wie Pakistan vorsieht - unterzeichnet.

Arbeiterinnen warten auf Ihre Ration in Konakunte/Bangladesch

© CIVIDEP

Maximale Ausbeutung: Die Kosten der Pandemie

Mit Ausbruch der globalen Covid-19-Pandemie reduzierten Textilunternehmen ihre Aufträge und die Zulieferfirmen in den Produktionsländern stoppten daraufhin Lohnzahlungen und entließen Arbeiter*innen. Zwei Jahre später haben die meisten Länder die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus wieder gelockert oder ganz aufgehoben. Wie hat die Pandemie die arbeits- und menschenrechtliche Situation in den der indischen Bekleidungsindustrie verändert?

Stellungnahme der Initiative Lieferkettengesetz zum ARD Monitor-Bericht vom 27.10.22

Der Bericht des ARD-Magazins „Monitor“ zeigt deutlich auf, wie hinter den Kulissen wirtschaftliche und politische Akteur*innen Einfluss auf den Vorschlag für ein EU-Lieferkettengesetz nehmen und versuchen ihn zu verwässern. Arbeitsminister Hubertus Heil sprach sich kürzlich öffentlich für einen sogenannten „safe harbour“ aus: Ein Schlupfloch für Unternehmen. Denn wenn diese sich bestimmten Brancheninitiativen, wie z.B. dem Textilbündnis, anschließen oder staatlich anerkannte Zertifizierungen der Sorgfaltspflichten verwenden, sollen sie nur für Schäden haftbar gemacht werden können, die sie vorsätzlich oder grob fahrlässig begangen haben.

"Eine solche Verwässerung des EU-Entwurfs würde das Gesetz zahnlos machen und darf es auf keinen Fall geben", meint Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET. Die Initiative Lieferkettengesetz, in der FEMNET gemeinsam mit 130 NGOs Mitglied ist, nimmt Stellung zu dem Bericht des ARD-Politikmagazins und dem Versuch der Bundesregierung Einfluss auf das EU-Lieferkettengesetz zu nehmen.

Ausschnitt des Covers vom kommunalen Magazin für nachhaltige Beschaffung, Kleine Kniffe - Oktober 2022

© Kleine Kniffe

Aktionsaufruf: Aktiv für eine nachhaltige Beschaffung

Es wird Zeit: Zu wenig Beachtung findet das Potenzial nachhaltiger öffentlicher Beschaffung bislang in der Praxis und auch in den Medien. Eine neue Initiative will das nun ändern. Bereits über 60 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich angeschlossen, darunter auch Rosa Grabe im Namen von FEMNET.

Die Initiative will dem gemeinsamen Anliegen ein Gesicht geben und dieses Engagement in alle Bereiche hinein kommunizieren. Ihre Vision: Bis 2030 wird die nachhaltige Beschaffung zum Standard in ca. 30.000 öffentlichen Beschaffungsstellen in Deutschland. Sie tragen dann in ihrer täglichen Arbeit dazu bei, das 1,5 Grad Klimaziel zu erreichen und die Sustainable Development Goals (SDGs) in Deutschland zu verwirklichen.

Grafik mit dem Slogan: Justice is everybody's business

© Justice is Everybody’s Business 2022

Inflation und ihre Folgen für die Produktionsländer der Bekleidungsindustrie

In Deutschland liegt die Inflationsrate derzeit bei 10%, aber auch in den Produktionsländern schauen die Menschen ängstlich in die Zukunft. Die Lebensmittelpreise sind in vielen Ländern in die Höhe geschnellt, während die Reallöhne stagnieren und immer weniger zum Leben reichen. Zudem ist auch die gedämpfte Konsumstimmung in Europa für die Textilfabriken spürbar.

© Studierendenwerk Bonn

Kleidertauschbörse: Swap, don‘t shop

Vor der Mensa Campo in Bonn Poppelsdorf bildete sich bereits um 17:30 Uhr eine lange Schlange von Studierenden, die alte Schätze gegen neue Lieblingsteile tauschen wollten.

Um die 400 Gäste kamen am 20.10.22 unter dem Motto „Swap, don’t shop“ zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Studierendenwerk und dem studentischen Radio bonn.fm in Kooperation mit FEMNET.

Mehr Informationen zu dieser ersten Kleidertauschbörse, die sicherlich nicht die letzte sein wird, sind auf der Homepage des Studierendenwerks Bonn zu finden.

Notizbuch, Brille und ein Tee

© FEMNET

Digitale Schreibwerkstatt für Studierende

FEMNET hat ein neues Format für Studierende umgesetzt: im Oktober fand erstmals die Schreibwerkstatt statt. Das (digitale) Angebot richtete sich an Studierende, die gerne schreiben oder Freude daran haben, ihre Gedanken zum Thema Kleidung und Nachhaltigkeit kreativ auf Papier zu bringen. Schreiberfahrung war für die Teilnahme nicht erforderlich.

Besucherinnen und Besucher des Filmabends in Köln

© FEMNET

„Made in Bangladesh“ – Filmvorführungen in Kooperation mit der JHSG Amnesty International Köln und der Kampagne für Saubere Kleidung

Bei Popcorn und Wohnzimmeratmosphäre haben wir am 14.09.2022 den Spielfilm “Made in Bangladesh” im motoki Wohnzimmer in Köln-Ehrenfeld auf die Leinwand gebracht. Beim anschließenden Reality-Check zeigten Sina Marx von der Kampagne für Saubere Kleidung und Ruth Helmingdirks von FEMNET auf, inwiefern Film und Realität übereinstimmen.

Gerechtigkeit geht uns alle an: Zivilgesellschaft und Gewerkschaften aus ganz Europa starten Kampagne

Als Trägerorganisation der „Initiative Lieferkettengesetz“ schließt sich FEMNET dem Aufruf Justice is Everybody’s Business an. Die Kampagne wird von zahlreichen zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Organisationen aus ganz Europa und darüber hinaus getragen. Sie setzt sich dafür ein, mit Gesetzen Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Rechte von Arbeiter*innen missachten und die Lebensgrundlagen von Gemeinschaften zerstören.

© Somo | Martje Theuws

Überstunden, Überwachung und Gewalt - Zur aktuellen Lage in Myanmar

Mit den Hinrichtungen der vier Aktivisten Ende Juli, hat die Gewalt des Militärregimes in Myanmar einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht. De-facto Regierungschefin, Aung San Suu Kyi, wurde zu weiteren sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Auch die Lage der Textilarbeiter*innen Myanmars wird immer bedrohlicher. Razzien und Festnahmen in den Fabriken nehmen zu. Gleichzeitig werden Arbeitsrechte beschnitten, Löhne gekürzt und unrealistische Produktionsziele gesetzt.

Hauskeeperin hält frische, weiße, gefaltete Handtücher in den Händen

© andresr - istock.com

Nachhaltige Textilbeschaffung für Unternehmen? Tagung von Global Nature Fund, FEMNET und Schader-Stiftung

Gemeinsame Pressemitteilung des Global Nature Fund (GNF), FEMNET und der Schader-Stiftung

Bonn. Berufsbekleidung, Bettwäsche oder Stofftaschen – Unternehmen sind Großabnehmer von Textilien. Gleichzeitig stehen Textilien im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsdebatte. Wie kann der Einkauf dieser Produktgruppe sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden und seinen Beitrag im Rahmen einer unternehmensweiten Nachhaltigkeitsstrategie leisten?

Um die Relevanz und Umsetzbarkeit dieses Hebels für mehr globale Gerechtigkeit ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, laden Global Nature Fund und FEMNET in Kooperation mit der Schader-Stiftung Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nach Darmstadt ein. Die Tagung diskutiert die Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Textilbeschaffung, nimmt Nachweissysteme unter die Lupe, stellt Best Practice-Beispiele vorangehender Unternehmen vor und bietet praktische Hilfestellungen zur eigenen Umsetzung. Seien auch Sie dabei!

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