Presse - Briefing Room

News-Update

Hier stellen wir Ihnen interessante Nachrichten und Meldungen aus der deutschen und internationalen Presse rund um unsere Arbeitsgebiete zusammen.

 

15.06.2021: News der KW 23

Studien und Co.

ECCHR, Brot für die Welt und Misereor "Menschenrechtsfitness von Audits und Zertifizierern? - Eine sektorübergreifende Analyse der aktuellen Herausforderungen und möglicher Antworten": Die Studie untersucht vier Fälle schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen (Bergbau, Textil, Agrarindustrie und Medizinprodukte), die zeigen: Audits und Zertifizierungen können Menschenrechtsrisiken sogar erhöhen. Was bräuchte es, damit die Auditierungs- und Zertifizierungsbranche menschenrechtskonform wird? Welcher Handlungsbedarf ergibt sich für Zertifizierungsuntnernehmen, für deren Kunden, und für den Staat?

Handelsverband Deutschland (HDE) "Konsummonitor Nachhaltigkeit - Fleisch und Konsum": 49% der Befragten geben an, dass Nachhaltigkeit (sehr) wichtig für sie sei. Für 32% bedeutet Nachhaltigkeit beim Bekleidungskauf weniger Kleidung zu kaufen/verbrauchen. Jedoch geben auch 43% an, ein Kleidungsstück, das nicht nachhaltig ist ohne schlechtes Gewissen zu kaufen. 6% werden als bewusste Kleidungskäufer*innen identifiziert.

News

Klimaneutralität: Die Wettbewerbszentrale will prüfen lassen, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, damit ein Unternehmen mit dieser Aussage werben darf. In bislang zwölf Fällen hat die Wettbewerbszentrale entsprechende Werbeaussagen als irreführend abgemahnt und die Einhaltung gesetzlicher Transparenzvorschriften verlangt. Bekleidungshändler oder -anbieter sind nicht unter den Abgemahnten. Die grundsätzliche Klärung der Frage, welche Anforderungen an eine rechtssichere Werbung mit der Aussage "klimaneutral" gelten muss, würde aber auch sie betreffen. Auch ALDI Süd hatte im Mai eine Klage erhalten, weil das Unternehmen sich als "erster klimaneutraler Lebensmitteleinzelhändler" bezeichnete.

Zwangsarbeit der Uiguren: Im News Update der KW 21 berichteten wir über die Kritik der Coalition to End Forced Labour in the Uyghur Region an der Better Cotton Initiative, ihr Statement zur Zwangsarbeit der Uiguren von der Website genommen zu haben. Auch C&A zeigt sich nun verärgert über diese Entwicklungen.

Putsch in Myanmar: Das Worker Rights Consortium (WRC) kritisiert Bestseller, H&M und Primark und ruft Unternehmen dazu auf, Gewerkschaften zu konsultieren, bevor sie ihre Produktion in Myanmar wieder aufnehmen. Laut des WRC hat sich die Situation für Textilarbeiter*innen nicht verändert.

Der Grüne Knopf: Das Fashion Council Germany interviewt Andri Stocker vom nachhaltigen Bekleidungsunternehmen Phyne zur Zertifizierung mit dem Siegel. Stocker betont hierbei vor allem die Lernaspekte durch die Auseinandersetzung mit den OECD Guidelines und den Mehrwert durch den Austausch mit anderen (größeren) Marktteilnehmer*innen.

Nearshoring: Im News Update der KW 21 berichteten wir über C&A und deren Vorhaben, Jeans wieder in Deutschland (Mönchengladbach) herstellen zu lassen. Auch in den Niederlanden gibt es Veränderungen in der Textilindustrie und das Thema Reshoring gewinnt an Bedeutung. Im Bericht von FashionUnited wird der Nachfrage nach lokalen Produktionsstandorten nachgegangen und vier niederländische Modeunternehmen werden vorgestellt. Die Rückholung der Produktion ist u.a. auch dadurch möglich, weil syrische Flüchtlinge ihr Wissen über das Schneiderhandwerk wieder in das Land brachten.

Produktionsländer

Kambodscha: Die Garment Manufacturers Association in Cambodia (GMAC) reagiert auf den Aufruf der Gewerkschaften, den Arbeiter*innnen, die im April in Quarantäne gehen mussten, einen vollen Lohn zu zahlen (siehe News Update der KW 22) und beruft sich auf das Prinzip "no work, no pay". Die meisten neuen Corona-Infektionen werden unter Textilarbeiter*innen gefunden.

Indien: Während der zweiten Corona-Infektionswelle haben ca. 10 Mio. Inder*innen ihre Jobs verloren. Laut des Center for Monitoring Indian Economy (CMIE) würden Arbeiter*innen im informellen Sektor ihre Jobs zügig zurückerlangen, Areiter*innen in höherqualifizierten Jobs könnten bis zu einem Jahr arbeitslos sein.

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