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Besser leben ohne Primark - Kreative Aktionen und Kleidertauschparty zur Eröffnung des Moderiesen

Bonn. Die Fair Trade Town Bonn ist um einen Konsumtempel reicher. Am 13.08. eröffnet der Moderiese Primark vor dem Hauptbahnhof mit Billigstklamotten auf 8000m². Doch wirklich billig ist hier nur das Geschäftsmodell: Was die Ware Mensch und Umwelt tatsächlich kostet, bilden die Preise nicht ab. FEMNET und Bonn im Wandel rufen dazu auf, am Tag der Eröffnung über Massenkonsum und die Zukunft der Stadt zu sprechen. Über 20 Organisationen unterstützen die Kampagne „Besser leben ohne Primark“ bereits.

Das Bündnis wendet sich mit seinem Aufruf gegen Verschwendung, Verschmutzung und Menschenrechtsverletzungen. Mit Infoständen und Kleidertausch zeigen FEMNET und Bonn im Wandel, dass es auch anders geht. Ab 10 Uhr erwartet Besucher_innen in der Poststraße ein buntes Programm. Politiker_innen, Organisationen und Bürger_innen sind eingeladen, beim „Besser leben ohne Primark–Talk“ vorbeizukommen und mitzureden über bessere Konzepte der Stadtentwicklung.

Nein zur Verramschung von Stadt, Menschen und Rohstoffen

„Fast Fashion ist einzig für die Herstellermarken ein attraktives Geschäft. Solange sie für Ausbeutung und Umweltschäden nicht haftbar sind, lagern sie die realen Kosten ihrer Produktionsweise an die Gesellschaft aus. Nebenbei verdrängen sie den inhabergeführten Einzelhandel, auch hier in Bonn“ sagt Katharina Edinger, Öffentlichkeitsreferentin der Frauenrechtsorganisation FEMNET. Im Jahr 2018 erzielte Primark im operativen Geschäft einen Gewinn von ca. 937 Millionen Euro. Die Näher_innen ihrer Kleidung speisen sie mit einem Hungerlohn ab: Bei einem T-Shirt für 10 Euro beträgt ihr Lohnanteil etwa 6 Cent. Existenzsichernde Löhne sind machbar, doch die Moderiesen setzen bewusst weiter auf Billigproduktion und kurzlebige Trends.

„Ich mache den Jugendlichen, die hier Schlange stehen, keinen Vorwurf“, sagt Gesa Maschkowski, Vorstand von Bonn im Wandel e.V. „Sie tun genau das, was ihnen Influencer_innen vormachen und Werbepsycholog_innen einreden. Wir können zwar informieren, die Weichen werden aber woanders gestellt. Von gut bezahlten Manager_innen in den Konzernzentralen. Und durch eine Stadtentwicklung, die den Massenkonsum weiter anheizt.“

Zukunftsfähige Stadtentwicklung

„Wenn wir Bonner_innen motivieren wollen, nachhaltig zu konsumieren, dann müssen wir auch Gelegenheiten dafür schaffen“, sagt Maschkowski. Zum Beispiel durch die Förderung von Sharing und Upcycling-Initiativen, Leihboutiquen und Nähwerkstätten. Es gibt mehr als genug schöne Kleider und Rohstoffe für wenig Geld. Wie das aussehen kann, zeigen die Organisationen beim Kleidertausch: Sie starten mit einem schönen Grundstock an Kleidern, den die Ehrenamtlichen von Zentrallager Sachspenden Bonn, ZESABO herausgesucht haben. Besser leben ohne Primark und Co - das geht.

 

Kontakt:

Katharina Edinger, Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit,
FEMNET e.V., Kaiser-Friedrich-Straße 11, 53113 Bonn
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0175-8465560

Gesa Maschkowski, Vorstand, Bonn im Wandel e.V., Dornheckenstraße 3, 53227 Bonn
Email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weiterführende Informationen:

 

Unterstützer_innen des Aufrufs:

(Stand 07.08.2019, aktualisierte Liste unter www.bonnimwandel.de)

Bonner Netzwerk für Entwicklung; Bonnopoly Chor; BUND Jugend NRW, Ortsgruppe Bonn; Die Linke Bonn; Evangelische Studierenden Gemeinde ESG Bonn; Extinction Rebellion Bonn; Frauennetzwerk für Frieden e. V.; Germanwatch e. V.; Grüne Jugend Bonn; Internationales Frauenzentrum Bonn e. V. ifz; Jusos Bonn; Katholikenrat Bonn; Katholische Frauengemeinschaft des Stadtdekanats Bonn; Klimawache-Bonn; Ökologie-Referat des AStA der Universität Bonn; Rhizom e. V. Bonn; Steuerungsgruppe Fair Trade Town Bonn; terre des hommes, Gruppe Bonn; Weltladen Bonn e. V.; ZERO Waste Bonn; Die Ehrenamtlichen von ZESABO und weitere.

 

Über die Initiator_innen:

Logo FEMNETFEMNET e.V. mit Sitz in Bonn setzt sich gegen Ausbeutung von Frauen in der Bekleidungsindustrie des globalen Südens ein und fordert Unternehmen auf, die Menschenrechte bei der Produktion sicherzustellen.

Logo Bonn im Wandel e.V.

Bonn im Wandel e. V. ist die Transition Initiative von Bonn. Wir sind das Ideen- und Projektlabor für eine enkeltaugliche Stadt.

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