Pressemitteilung

FEMNET Vorstandsvorsitzende ruft Hugo Boss dazu auf, seine Lieferkette völlig transparent zu machen

Gisela Burckhardt (FEMNET) (Mitte) mit (vlnr): Silke Wedemeier (Clean Clothes Campaign CCC Stuttgart), Isabelle Kempf (CCC Mannheim) und Paul Russmann (Kritische Aktionäre). Foto: © FEMNETGisela Burckhardt (FEMNET) (Mitte) mit (vlnr): Silke Wedemeier (Clean Clothes Campaign CCC Stuttgart), Isabelle Kempf (CCC Mannheim) und Paul Russmann (Kritische Aktionäre). Foto: © FEMNETBonn/Stuttgart. Ein Transparent zur Aufforderung von Transparenz empfing die Aktionär_innen von Hugo Boss zur ihrer jährlichen Hauptversammlung in Stuttgart am heutigen 23. Mai 2017. „Fehlende Transparenz kostet Leben. Wir fordern: Lieferketten offenlegen“, ist darauf zu lesen. FEMNET, Mitglieder der Kampagne für Saubere Kleidung und die kritischen Aktionäre verteilten Flugblätter, in denen zu Transparenz aufgerufen wird.

Das Thema Nachhaltigkeit stand bei Hugo Boss und den insgesamt rund 700 anwesenden Aktionäre_innen groß auf der Agenda. Sowohl CEO Mark Langer als auch mehrere Aktionär_innen, die sich zu Wort meldeten, sprachen das Thema an. FEMNET-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt meldete sich zu Wort und bescheinigte Hugo Boss zunächst einmal Fortschritte: Positiv sei, dass Hugo Boss dem Textilbündnis beigetreten sei und insbesondere, dass das Unternehmen die Bündnisinitiative des Textilbündnisses in Tamil Nadu gegen die Ausbeutung der Mädchen in den Spinnereien unterstützen wolle. Zugleich kritisierte sie aber: „Aber bisher sind noch keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei den Näherinnen der Lieferanten von Hugo Boss angekommen. Gute Vorsätze, doch nun müssen Taten folgen.“

Sumangali Betroffene in Tamil Nadu, 2013. Foto: © FEMNET

Neue Initiative von FEMNET im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien gegen strukturelle Gewalt in südindischen Spinnereien

„Nein zu Gewalt an Frauen“ – seit 35 Jahren setzt der 25. November ein Zeichen gegen Unterdrückung, Misshandlung und Ausbeutung. FEMNET setzt sich gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz ein – sei es direkte, wenn Beschäftigte bei ihrer Arbeit beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen werden oder sei es strukturelle, die durch Ausnutzen von existenziellen Zwangslagen und kulturellen Traditionen zur Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Unterdrückung oder Diskriminierung von Beschäftigten führt.

v.l.n.r.: Moderatorin Anna Hoff, Otto Kersten (Geschäftsführer gotsutsumu), Janine Steeger (Journalistin), Michael Pieck (IHK Rhein-Sieg), Dr. Lale Akgün (SPD) und Gisela Burckhardt (FEMNET e.V.). Foto: © Pat Röhring

Erfolgreicher Start der bundesweiten Vortragsreise in Bonn – zwei Expertinnen aus Indien berichten über „Die moderne Form der Sklaverei in indischen Spinnereien“

Wissenschaftlerin Dr. Anibel Ferus-Comelo und die Mitarbeiterin der NGO SAVE Mary Viyakula haben am Montag, 9. Mai, ihre bundesweite Vortragsreise in den Räumen der Bonner Friedrich-Ebert-Stiftung gestartet. Vor etwa 80 Interessent_innen stellten sie die neue Studie „Die moderne Form der Sklaverei in indischen Spinnereien“ (PDF-Datei), erstellt von Ferus-Comelo im Auftrag von CIVIDEP India und FEMNET. Diese untersucht das ausbeuterische Camp-Labour-System.

Zunächst stellte Ferus-Comelo die Grundzüge des Systems vor: Anwerben von jungen Mädchen zwischen 14 bis 18 Jahren, unbezahlte Überstunden und Schichtarbeit, körperliche Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Bezahlung unter dem staatlich festgelegten Mindestlohn.

Die moderne Form der Sklaverei in der globalen Textilindustrie: Indische Expert_innen auf Vortragsreise durch Deutschland (9. bis 21. Mai 2016)

Bonn. Vom 9. bis 21. Mai 2016 veranstaltet der Bonner Verein FEMNET in Kooperation mit Partnerorganisationen eine deutschlandweite Vortragsreise zum Thema „Moderne Sklaverei in indischen Spinnereien“. Zwei Expertinnen aus Indien, die Wissenschaftlerin Dr. Anibel Ferus-Comelo, Autorin der Anfang April veröffentlichten Studie „Die Moderne Form der Sklaverei in indischen Spinnereien“, und Mary Viyakula, Mitarbeiterin der indischen NGO SAVE (Social Awareness & Voluntary Education), sprechen an Modehochschulen, vor Vertreter_innen aus Wirtschaft und Politik und in öffentlichen Abendveranstaltungen über das Camp-Labour-System (früher Sumangali). Beide Expertinnen aus Indien und die FEMNET-Vorstandsvorsitzende Dr. Gisela Burckhardt stehen für Interviews zur Verfügung.

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