Die Unternehmen im Textilbündnis vertreten im Moment ca. 50% des deutschen Einzelhandelsumsatzes, das heißt also, dass die andere Hälfte nichts tut. Bei vielen Unternehmen prangert FEMNET im Rahmen der Arbeit der Kampagne für Saubere Kleidung bereits die Missstände für Arbeiter*innen in der textilen Wertschöpfungskette seit Jahren öffentlich an. Würde es diese Missstände nicht geben, bräuchten wir auch kein Textilbündnis. In den Arbeitsgruppen und im Steuerungskreis treffen also häufig extrem unterschiedliche Meinungen aufeinander. Dies wird während vieler kontroverser Diskussionen deutlich.

Es gibt zahlreiche Probleme beim Textilbündnis: Die in den Jahren 2017 und 2018 eingereichten Roadmaps sind zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber aus unserer Sicht nicht anspruchsvoll genug, damit wirkliche Verbesserungen der Arbeitssituation vor Ort geschehen. Auch engagieren sich die Unternehmen kaum in Bündnisinitiativen, mit denen man vor Ort wirklich etwas voranbringen könnte: sei es bei  der Zahlung von höheren Löhnen oder der Bekämpfung der Ausbeutung junger Mädchen in den Spinnereien in Tamil Nadu. FEMNET ist überzeugt, dass es neben diesen freiwilligen Maßnahmen im Textilbündnis unbedingt gesetzlicher Regulierung bedarf, die für alle Unternehmen gleichermaßen gilt.

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