In vielen Gesellschaften, die von starken Geschlechterrollen und -hierarchien geprägt sind, liegt die Hauptverantwortung für Haushalt und Kinder bei den Frauen – unabhängig davon, ob sie zusätzlich einer Erwerbsarbeit nachgehen. Die somit entstehende Doppelbelastung wirkt sich auf die Möglichkeit für die Erwerbsarbeit aus; die Form und der Umfang der Erwerbsarbeit hat aber auch im gleichen Maße Einfluss auf das Privatleben der Arbeiter*innen. Insgesamt ist die zur Verfügung stehende Zeit, die u.a. für die Hausarbeit, das tägliche Kochen für die gesamte Familie, die Versorgung von Kindern und Alten, sehr gering. Durch (im schlechtesten Fall unbezahlte und unangekündigte) Überstunden, bedingt durch z.B. kurzfristige Auftragsänderungen, gerät die gesamte Familien- und Haushaltsorganisation schnell durcheinander. Leidtragende dieser Praxis sind neben den Frauen auch die Kinder, für die unter diesen Voraussetzungen keine ausreichende Versorgung sichergestellt werden kann.

Die Frauen, welche sich trotz der wenigen Freizeit gewerkschaftlich engagieren, treffen oftmals im Privaten auf Zurückhaltung und Ablehnung, und müssen auch in diesem Bereich gegen Widerstände ankämpfen. Scheitert eine Beziehung, auch auf Grund des gewerkschaftlichen Engagements, steigt die Belastung für die Arbeiter*innen weiter, da sie zusätzlich die Rolle der Alleinversorgerin der Familie einnehmen müssen.

Neugierig? Unser Newsletter

Jetzt spenden