In den meisten Produktionsländern von Kleidung gibt es einen gesetzlich festgeschriebenen Mutterschutz. Jedoch sind nur wenige schwangere Frauen in der Lage diesen auch für sich zu beanspruchen. Die Arbeitgeber müssen für schwangere Frauen Mutterschutz-Leistungen bezahlen, was ihnen Kosten verursacht und zudem fehlen sie als Arbeitskräfte.

Aus diesem Grund machen es Arbeitgeber zum Teil zur Bedingung für die Einstellung von Frauen, dass diese nicht schwanger werden dürfen. Diejenigen, die schwanger werden, sind oft einem enormen Druck ausgesetzt, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu verheimlichen, um eine Kündigung zu vermeiden. Dies hat Folgen für die Arbeiter*innen und die ungeborenen Kinder: neben potenzieller Mangelernährung und unzureichender medizinischer Betreuung bleiben diese Frauen im Zweifel an ihren gefährlichen Arbeitsplätzen und gefährden so ihre eigene und die Gesundheit des Ungeborenen. Verbaler Missbrauch, erhöhte Produktionsquoten, verlängerte Arbeitszeiten, langes Stehen sind besonders für Schwangere schwierigen Aufgaben. Dies hat zur Folge, dass die Schwangeren ihre Arbeitsstelle von sich aus kündigen und in ihre Heimatstädte zurückkehren, statt bezahlten Mutterschaftsurlaub einzufordern. Kehren sie dann an ihre alte Arbeitsstätte zurück, werden sie als neu rekrutierte Arbeiterinnen ohne die zuvor erarbeiteten Boni eingestellt.

Die Arbeiter*innen wissen zum größten Teil nicht, welche Rechte und Leistungen ihnen überhaupt zustehen. Andererseits verzichten diejenigen, die über ihre Rechte Bescheid wissen, häufig auf die Einforderung von Leistungen, da sie auf die Verdienste aus erarbeiteten Zusatzzahlungen, die nicht über den Mutterschutz-Beitrag abgedeckt werden, angewiesen sind oder langfristige Nachteile wie den Jobverlust fürchten.

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