Nachrichten - Bündnis für nachhaltige Textilien

Cover des Syntheseberichts

Bericht mit Handlungsempfehlungen zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht trotz Covid-19-Krise erschienen

Für die Arbeiter*innen verbindet sich damit seit Beginn der Krise das Risiko einer COVID-19-Infektion mit dem verschärften Risiko extremer wirtschaftlicher Not. Zudem sind seit Beginn der Krise Gewerkschaften vermehrt Diskriminierung ausgesetzt. Einige Produktionsländer, insbesondere Indien und Indonesien setzen angesichts der Wirtschaftskrise auf eine Herabsetzung der Schutzstandards in ihren Arbeitsgesetzen.

Der „Synthese-Bericht: Auswirkungen von COVID-19 auf die Textilindustrie“ (PDF-Datei)stellt auf Grundlage einer systematischen Analyse bestehender Berichte konkrete Handlungsoptionen und Best Practices zusammen. Die Handlungsoptionen zeigen, wie Unternehmen negative Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Arbeiter*innen in der Lieferkette vermeiden oder zumindest mildern können und so menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen.

Textilbündnis darf wegen Corona-Krise nicht in künstliches Koma versetzt werden

Bonn. Die Corona-Krise zeigt brennglasartig Defizite sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in der Lieferkette hiesiger Mode- und Einzelhandelsunternehmen. Anstatt das Textilbündnis als Plattform für effektiveres, gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure zu nutzen und Pfade für nachhaltigere Lieferketten nach Corona zu beschreiten, droht nun durch mehrere Wirtschaftsvertreter im Steuerungskreis eine Blockade. Eine kluge Strategie für eine nachhaltige Zukunft sieht anders aus, finden die zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen im Bündnis.

© Daria Nipot - Depositphotos.com

Wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Krise treffen Beschäftigte in Produktionsländern fatal - Textilbündnis muss sich gerade jetzt solidarisch zeigen

Bonn / Berlin. Die COVID-19-Krise trifft alle Akteure der textilen Lieferkette. Allerdings trifft sie die Schwächsten besonders hart. Modemarken und Einzelhandelsunternehmen müssen durch den Stillstand des öffentlichen Lebens hierzulande eklatante Umsatzeinbußen hinnehmen. Der wirtschaftliche Druck wird aber weitergegeben: Aufträge an Zuliefererfirmen in Bangladesch oder Kambodscha werden storniert und bereits fertiggestellte Ware nicht mehr abgenommen oder bezahlt. Die Zulieferer entlassen deshalb die ohnehin schlecht bezahlten Arbeiter*innen oder schließen vollständig. Für Arbeiter*innen verbindet sich dann das vor Ort wachsende Risiko einer COVID-19-Infektion bei schlechter Gesundheitsversorgung mit extremer wirtschaftlicher Not durch fehlenden Lohn.

Mr. Aloysius, Leiter der NGO SAVE, eröffnet die 2. MSI-Konferenz in Coimbatore, Indien.

© FEMNET

Bericht über die Reise zur 2. Jahreskonferenz der MSI Tamil Nadu in Indien, unterstützt von der Bündnisinitiative des Textilbündnisses

Wichtige Fortschritte hat die Multi-Stakeholder-Initiative Tamil Nadu (MSI-TN) in den letzten 1,5 Jahren gemacht – das war deutlich spürbar auf der Konferenz am 6. Februar 2020, die von rund 140 Personen besucht wurde.

Mugilan P.

© SAVE

Bündnisinitiative Tamil Nadu: „Alle müssen Verantwortung übernehmen“

Mugilan P. koordiniert seit Oktober 2018 das Trainings-Programm bei der MSI-TN, der indischen Partnerorganisation der Bündnisinitiative Tamil Nadu. In einem Interview des Bündnissekretariats des Textilbündnisses zieht er  eine Bilanz des ersten Jahres der Initiative.

Dieses Interview erschien im Jahresbericht 2019 des Bündnis für nachhaltige Textilien.

© BCWS

Jahresthema 2020 im Textilbündnis: Geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz

Das Bündnis für nachhaltige Textilien macht geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz zum neuen Jahresthema 2020. Hierfür hat sich FEMNET stark gemacht, denn eine Auswertung der bestehenden Roadmaps (Jahrespläne) der Mitgliedsunternehmen hatte ergeben, dass kein einziger Hersteller explizite Maßnahmen gegen Frauendiskriminierung in seiner Lieferkette ergriffen hat.

Fabrik in Bangalore/Indien 2019 © FEMNET

Verantwortung von Unternehmen: Freiwillige Maßnahmen und gesetzliche Regelungen

Das Textilbündnis, der Grüne Knopf… Was leisten solche freiwilligen Maßnahmen? Wie können sie einander ergänzen? Wie beurteilt FEMNET deren Umsetzung? Und warum braucht es dringend eine gesetzliche Basis, um die Arbeitsbedingungen in globalen Wertschöpfungsketten nachhaltig zu verbessern?

Zivilgesellschaft im Textilbündnis: Grüner Knopf nur eine weitere freiwillige Maßnahme neben einem schwachen Textilbündnis

Berlin / Bonn. Die heutige Vorstellung des neuen Textil-Siegels „Grüner Knopf“ durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nutzt die Zivilgesellschaft im Textilbündnis zu einer kritischen Standortbestimmung. Die zivilgesellschaftlichen Bündnis-Mitglieder kritisieren, dass der Grüne Knopf genauso wie das Textilbündnis nur eine freiwillige Maßnahme ist. Dringend notwendig sei aber ein Gesetz, das Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte, Umwelt und Korruptionsvermeidung für alle Unternehmen verbindlich regelt. Dieses Gesetz müsse die Basis für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit bilden. Freiwillige Maßnahmen wie der Grüne Knopf und ein verbessertes Textilbündnis könnten darauf aufbauen.

Neugierig? Unser Newsletter

Jetzt spenden