Nachrichten - Bündnis für nachhaltige Textilien

Junge Textilarbeiterin legt Fadenspulen in einer Spinnerei nach

Textilbündnis: Die Bündnisinitiative Tamil Nadu 2.0 startet erfolgreich in die zweite Phase

Das gemeinsame Engagement für verbesserte Beschwerdestrukturen in Spinnereien und die Förderung des Stakeholder-Dialogs gehen weiter. Die Bündnisinitiative Tamil Nadu ist im November 2021 in die zweite Phase gestartet. Nun liegt das Hauptaugenmerk auf rund 40 Spinnereien in den vier Distrikten Coimbatore, Dindigul, Erode und Tiruppur.

Neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie FEMNET beteiligen sich erneut die vier Bündnisunternehmen Tchibo, die Otto Group, KiK und die HUGO BOSS AG an dem Projekt. Wie schon in der ersten Projektphase organisiert die lokale NGO SAVE die Implementierung vor Ort.

Steigende Infektionszahlen und erneute Lockdowns im indischen Bundesstaat sorgten für Verzögerungen. Doch nun nimmt das Projekt Fahrt auf und die ersten Trainings und Fabrikbesuche konnten stattfinden.

Demonstrierende Gewerkschafterinnen in Bangalore, Indien

© SAVE, Indien

Ratifizierung der ILO Konvention 190 gefordert

Im Rahmen des Textilbündnisses hat FEMNET vorgeschlagen, zum Frauentag am 8. März die Bundesregierung in einem Offenen Brief aufzufordern, endlich die ILO Konvention 190 gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz zu ratifizieren. Insgesamt haben 32 Bündnismitglieder, darunter 17 Unternehmen, einen Brief an Minister Heil (Arbeitsministerium) und Ministerin Schulze (BMZ) unterzeichnet. 

Blau bemalte Hände mit dem Schriftzug Stop GBV

© FEMNET

Berichte der Unternehmen im Textilbündnis zum Thema "Geschlechtsspezifische Gewalt"

Ende Dezember haben 43 Mitgliedsunternehmen des Textilbündnisses ihre Berichte zur Wahrnehmung ihrer Sorgfaltspflichten in der Lieferkette veröffentlicht. Darin beschreiben sie die bisherigen Maßnahmen sowie zukünftigen Zeile zur Bekämpfung von Gender Based Violence (GBV). Fast alle Unternehmen schätzen das Risiko für GBV grundsätzlich als hoch zwar ein, wenn sie in Asien produzieren lassen, die Maßnahmen fallen aber sehr unterschiedlich aus.

36 Textilbündnis-Unternehmen schließen Probelauf für Lieferkettengesetz ab

Zivilgesellschaftliche Mitglieder blicken positiv auf etablierten Prozess aber kritisieren Austritte einiger Unternehmen

Berlin / Bonn / München. Das Bündnis für nachhaltige Textilien prüft im Rahmen des neuen Review Prozesses erstmals seine Mitgliedsunternehmen auf die Umsetzung von menschenrechtlichen sowie Umwelt- und Korruptions-bezogenen Sorgfaltspflichten. Das Lieferkettengesetz sieht vergleichbare Pflichten vor. Im Rahmen der Überprüfung („Review“) haben unabhängige Expert*innen die Angaben der Unternehmen einer Analyse unterzogen und Nachbesserungen entsprechend einer OECD konformen Risikoanalyse und Abhilfe eingefordert. Es wurde deutlich: in Sachen Risikoanalyse und Maßnahmen gibt es bei einigen Unternehmen noch viel zu tun, auch um zukünftigen gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.  Ab heute werden die freigegebenen Berichte auf der Bündnis-Homepage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den nächsten Wochen werden weitere Berichte folgen.

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Zivilgesellschaft im Textilbündnis: Sieben Jahre Bündnis für nachhaltige Textilien: Wie viel Ambition steckt noch drin?

Pressemitteilung der Zivilgesellschaft im Textilbündnis

Die Zivilgesellschaft im Textilbündnis wird Ende 2021 anhand der Roadmaps von Mitgliedsunternehmen Bilanz ziehen.

Cover des Syntheseberichts

Bericht mit Handlungsempfehlungen zur Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht trotz Covid-19-Krise erschienen

Für die Arbeiter*innen verbindet sich damit seit Beginn der Krise das Risiko einer COVID-19-Infektion mit dem verschärften Risiko extremer wirtschaftlicher Not. Zudem sind seit Beginn der Krise Gewerkschaften vermehrt Diskriminierung ausgesetzt. Einige Produktionsländer, insbesondere Indien und Indonesien setzen angesichts der Wirtschaftskrise auf eine Herabsetzung der Schutzstandards in ihren Arbeitsgesetzen.

Der „Synthese-Bericht: Auswirkungen von COVID-19 auf die Textilindustrie“ (PDF-Datei)stellt auf Grundlage einer systematischen Analyse bestehender Berichte konkrete Handlungsoptionen und Best Practices zusammen. Die Handlungsoptionen zeigen, wie Unternehmen negative Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Arbeiter*innen in der Lieferkette vermeiden oder zumindest mildern können und so menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen.

Textilbündnis darf wegen Corona-Krise nicht in künstliches Koma versetzt werden

Bonn. Die Corona-Krise zeigt brennglasartig Defizite sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in der Lieferkette hiesiger Mode- und Einzelhandelsunternehmen. Anstatt das Textilbündnis als Plattform für effektiveres, gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure zu nutzen und Pfade für nachhaltigere Lieferketten nach Corona zu beschreiten, droht nun durch mehrere Wirtschaftsvertreter im Steuerungskreis eine Blockade. Eine kluge Strategie für eine nachhaltige Zukunft sieht anders aus, finden die zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen im Bündnis.

© Daria Nipot - Depositphotos.com

Wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Krise treffen Beschäftigte in Produktionsländern fatal - Textilbündnis muss sich gerade jetzt solidarisch zeigen

Bonn / Berlin. Die COVID-19-Krise trifft alle Akteure der textilen Lieferkette. Allerdings trifft sie die Schwächsten besonders hart. Modemarken und Einzelhandelsunternehmen müssen durch den Stillstand des öffentlichen Lebens hierzulande eklatante Umsatzeinbußen hinnehmen. Der wirtschaftliche Druck wird aber weitergegeben: Aufträge an Zuliefererfirmen in Bangladesch oder Kambodscha werden storniert und bereits fertiggestellte Ware nicht mehr abgenommen oder bezahlt. Die Zulieferer entlassen deshalb die ohnehin schlecht bezahlten Arbeiter*innen oder schließen vollständig. Für Arbeiter*innen verbindet sich dann das vor Ort wachsende Risiko einer COVID-19-Infektion bei schlechter Gesundheitsversorgung mit extremer wirtschaftlicher Not durch fehlenden Lohn.

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