Bündnis für nachhaltige Textilien (Textilbündnis)

Mitgliederversammlung 2018.

Das Bündnis für nachhaltige Textilien (Textilbündnis)

Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Stakeholder-Initiative mit derzeit 122 Mitgliedern (Mai 2019) aus fünf Akteursgruppen. Wirtschaft, Bundesregierung, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und die so genannten Standardorganisationen wollen gemeinsam die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textilproduktion verbessern – von der Rohstoffproduktion bis zur Entsorgung.

Das Textilbündnis wurde im Oktober 2014 von Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller als Antwort auf tödliche Unfälle in Textilfabriken in Bangladesch und Pakistan gegründet.

FEMNET ist von Anfang an als Nichtregierungsorganisation (NGO) Mitglied des Textilbündnisses und vertritt hier die Zivilgesellschaft – 18 NGOs - im obersten Gremium, dem Steuerungskreis, zusammen mit zwei Kolleg_innen aus anderen Organisationen. Ergänzend dazu arbeiten wir intensiv in Expertengruppen zu Themen wie „Review-Prozess“, „Beschwerdesysteme“ oder „Transparenz“ daran mit, dass die im Rahmen des Textilbündnisses geplanten Maßnahmen verwirklicht werden und auch greifen.

Multi-Stakeholder-Initiativen (MSI)

Als MSI bezeichnet man „freiwillige Zusammenschlüsse zwischen öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und privaten Akteuren. MSI sind darauf ausgerichtet, komplexe gesellschaftliche Probleme in kooperativer Weise zu lösen. Sie dienen dabei insbesondere der besseren Verankerung von CSR auf Märkten sowie der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.“ (Definition nach Gabler Wirtschaftslexikon)

Lohnt sich unsere Mitarbeit im Textilbündnis? Eine kritische Einschätzung.

Immer wieder diskutieren wir auch im Kreis der Kampagne für Saubere Kleidung, ob sich unsere intensive Mitarbeit im Textilbündnis lohnt, denn der Aufwand ist hoch. Auch wenn wir bisher noch zu langsam Fortschritte machen, haben wir Folgendes erreicht:

  • Die Mitglieder müssen eine Jahresplanung anhand vorgegebener Ziele (Roadmaps) veröffentlichen und über die Umsetzung berichten. Die verbindlichen Zeit- und Mengenziele sind zwar aus unserer Sicht nicht weitreichend genug, aber immerhin ein erster Schritt.
  • Die Zahlung von existenzsichernden Löhnen wird von allen als wichtiges Ziel angesehen.
  • Die Bündnisinitiative Tamil Nadu wurde auf den Weg gebracht.

Demgegenüber stehen aber auch Kritikpunkte wie z.B. die Weigerung einiger Unternehmen, ihre Zulieferer zu veröffentlichen. Zu wenige Unternehmen sind bereit, sich beim Thema existenzsichernde Löhne an einer Bündnisinitiative in einem Land zu beteiligen, um dort beispielhaft höhere Löhne zu zahlen. Wir behalten uns vor, unser Engagement zu beenden, sobald wir erkennen, dass das Textilbündnis nicht die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit entwickelt, die wir mittel- bis langfristig erwarten. Im Moment halten wir noch daran fest.

 

3 Säulen des Textilbündnis. Grafik: textilbuendnis.com

Grafik: © textilbuendnis.com

 

Der Handlungsrahmen: Was macht das Textilbündnis?

Ausschnitt vom Cover der FEMNET-Roadmap 2017Säule 1: Individuelle Verantwortung: Ziele und Roadmaps definieren

Wie alle Mitglieder setzen auch wir uns Ziele zu Themen wie Sozialstandards, Existenzlöhne und Naturfasern. Mitglieder ermitteln eigene Risiken und deren Auswirkungen.

Individuelle Verantwortung…

 

 

Erschöpfte Mädchen in einer Spinnerei in Tamil Nadu, die tagsüber schlafen, da sie nachts gearbeitet haben. Foto: © FEMNETSäule 2: Gemeinsames Engagement: Bündnisinitiativen in den Produktionsländern

Wir haben den Vorschlag für die Bündnisinitiative Tamil Nadu in das Textilbündnis eingebracht und unterstützen diese Initiative durch unsere Mitarbeit.

Gemeinsames Engagement…

 

Arbeitskreis Februar 2018. Foto: © TextilbündnisSäule 3: Gegenseitige Unterstützung: Dialog und Lernen

Das Textilbündnis versteht sich auch als Lern- und Dialogplattform. Es gibt Informationsangebote in Form von Webinaren und Workshops.

Gegenseitige Unterstützung…

 

Im Rahmen unserer Bildungsarbeit an Hochschulen bieten wir u.a. Workshopmodule zu den Themen Textilbündnis und Multi-Stakeholder-Initiativen an.
Mehr Informationen unter www.fairschnitt.org

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