Nachrichten - Corona-Nothilfefonds

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Die Folgen der Corona-Krise wirken sich zunehmend auf Minderjährige aus

Mahdu und ihre kleine Tochter hatten Glück. In den schwierigen Tagen des Lockdowns half unser Partner SAVE der jungen Familie, die größte Not zu überstehen. Aber die Wiedereröffnung von Textilfabriken offenbart weitere Mißstände, wie die Zunahme von Kinderarbeit.

Laut Angaben der Exportvereinigung Tiruppur im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, brach der Export von Textilfabriken und Spinnereien in den Monaten April bis Juli 2020 um die Hälfte ein. Die Schließung vieler Fabriken und die dadurch verursachte unmittelbare Arbeitslosigkeit traf ganz besonders hart Wanderarbeiter*innen wie Madhu und ihre Familie.

Madhu und ihr Ehemann Kumar kamen mit ihrer kleinen Tochter Sweta vor einem Jahr nach Tiruppur. In der nahe gelegenen Fabrik Blue Blossom arbeitet Maduhs Mann in Schichtarbeit als Näher. Da Madhu keine Betreuung für ihre Tochter gefunden hat, kann sie nicht arbeiten gehen. Ihr Mann ist deshalb der Alleinverdiener in der Familie. Mit dem Ausbruch von COVID 19 und dem folgenden Lockdown wurde die Fabrik vorübergehend geschlossen. Die Familie verfügte zu diesem Zeitpunkt kaum über Rücklagen, konnte in der Folge ihre laufenden Kosten für Lebensmittel, Miete und andere Grundbedürfnisse nicht mehr decken und hatte nicht ausreichend zu essen. Die Lebensmittelhilfen der regionalen Behörden blieben ihnen, als Zugewanderte aus einem anderen Bundesstaat, verwehrt.

Unsere Partnerorganisation SAVE hat Frauen wie Madhu direkt und unmittelbar mit Nahrungsmittelpaketen unterstützt, ermöglicht durch Spenden aus dem Corona-Nothilfefonds von FEMNET.

Viele Produktionsbetriebe haben die Arbeit nun wieder aufgenommen, doch mittlerweile fehlt es an Arbeitskräften. Denn zahlreiche in Existenznot geratene Wanderarbeiter*innen sind im Zuge des Lockdowns in ihre Heimatprovinzen zurückgekehrt.

Der Mangel an Arbeitskräften auf der einen, die Not von Familien auf der anderen Seite, die auf jegliche Einnahmen angewiesen sind, hat fatale Folgen: Im August 2020 musste SAVE mit Hilfe der örtlichen Behörden 133 minderjährige Mädchen aus einer Spinnerei „befreien“, die dort gegen ihren Willen arbeiten mussten.

Die Zunahme von Kinderarbeit wieder einzudämmen, stellt eine weitere Herausforderung dar, mit denen sich unsere Partner infolge der Corona-Pandemie konfrontiert sehen.

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