Nachrichten - Corona-Nothilfefonds

Corona und Frauen – Warum gezielte Unterstützung notwendig ist

Geschlechtsspezifische Machtgefälle in der Textilindustrie werden während der Coronakrise weiter verstärkt. FEMNET und unsere Partnerorganisation BCWS in Bangladesch setzen sich für ein Ende der Gewalt gegen Frauen ein und unterstützen Betroffene mit gezielter Abhilfe während der Coronakrise.

Rund 80% der Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch sind Frauen. Deshalb werden sie von den Fabrikschließungen, Entlassungen und Lohnausfällen durch Corona besonders getroffen. Auch nach dem Lockdown Ende April bleiben viele Näher*innen ohne Arbeit. In den meisten der rund 5000 Fabriken Bangladeschs wird nur ein reduzierter Mindestlohn von 65% gezahlt. Gleichzeitig wird unter dem Vorwand der Krise Gewerkschaftsarbeit systematisch unterbunden und Arbeiterinnen gezielt entlassen. Das Risiko für Frauen, Opfer von Gewalt und Ausbeutung zu werden, steigt somit während Corona an. Schon vor der Krise geben rund 75% der Arbeiterinnen in einer Studie (PDF-Datei) an, dass sie durch die meist männlichen Vorgesetzten sexueller Belästigung, Drohungen, Schlägen und Beschimpfungen ausgesetzt sind. In patriarchalen Strukturen finden Frauen wenig Unterstützung, um ihre Situation zu verbessern.

Wie FEMNET und ihre Partner vor Ort helfen

Mit dem Projekt gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in der Modeindustrie setzen sich FEMNET und BCWS für ein Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Textilarbeiter*innen ein. Sie bekämpfen das Schweigen rund um Gewalterfahrungen von Frauen: Hierzu wurden über 600 Arbeiter*innen zu ihren Erfahrungen mit Gewalt befragt und die Ergebnisse in einer Studie (PDF-Datei) veröffentlicht. Ziel des Projekts ist es, Beschwerdekomitees gegen sexuelle Gewalt in Fabriken einzurichten, dafür wurden bisher an die 3000 Textilarbeiter*innen geschult. Im Rahmen des vom Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und Filia unterstützten Projekts werden nun auch Aktivitäten für die Abfederung der existenzbedrohenden Auswirkungen der Corona Pandemie umgesetzt:

In Bangladesch werden Lebensmittelboxen, Medizin und Hygieneartikel verteilt, die 1000 Textilarbeiterinnen und ihre Familien für einen gesamten Monat versorgen sollen. Neben Grundnahrungsmitteln wie Reis, Bohnen, Zwiebeln und Öl werden auch Seife und Binden sowie Schutzartikel wie Masken und Medizin verteilt.

Diese zusätzlichen Aktivitäten im Projekt bedürfen zusätzlicher finanzieller Mittel und Spenden, die wir mit dem Corona-Nothilfefonds unterstützen.

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