Nachrichten - Corona-Nothilfefonds

Arbeiter*innen und ihre Familien erhalten Essenspakete von Munnade. © Cividep

Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Die Corona Krise bedeutet existenzielle Unsicherheit. Ohne Arbeit und ohne Lohn sind viele Arbeiter*innen vermehrtem Stress und der Sorge um die Ernährung ihrer Familien ausgesetzt. Häusliche Gewalt steigt.

Die Corona Krise verschärft existenzielle Sorgen. Hunderttausende Arbeiter*innen in Bangalore haben ihre Arbeit auf Grund der Ausgangssperre verloren. Es fehlt an Essen, medizinischer Versorgung und dem Vermögen Miete zu zahlen. Körperliches und psychisches Wohlergehen leiden – der Stress sich und die Familie zu versorgen steigt.

In kleinen Mietskasernen und Slums sind 4- bis 6-köpfige Familien nun zusammengepfercht und müssen die Hoffnungslosigkeit aushalten. Ihre Existenzgrundlagen schwinden.

In einer männlich dominierten Gesellschaft leiden Frauen schon immer an Ungleichheit und fehlender Rechtssicherheit, die sich in Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen äußert. Die akute Belastungssituation macht sie nun noch verletzlicher als sonst.

Unsere Partnerorganisation CIVIDEP berichtet von einem Anstieg der Meldungen zu häuslicher Gewalt. Die Anrufe von Frauen an die staatliche Frauenkommission haben sich seit der von der Regierung verordneten Ausgangssperre verdoppelt. Gewalt gegen Frauen und Mädchen reicht von physischer, sexueller bis zu psychischer und wirtschaftlicher Gewalt.

Frauengruppen stehen im Kontakt mit Arbeiterinnen und informieren, dass Hilferufe auf Grund von Gewalt sowie psychischer Belastung enorm gestiegen sind. Das Risiko für das Wohlergehen von Kindern ist ebenfalls angestiegen, wie ein Report von Childline (PDF-Download) bestätigt.

© Cividep© CividepDie Bedürfnisse von Frauen müssen besonders beachtet werden. Eine Priorität von Cividep ist die Unterstützung von Haushalten, die von Frauen geführt werden. 200 bis 300 Arbeiter*innen sollen erreicht werden. Es soll den Frauen ermöglicht werden, in den Städten verbleiben zu können, sodass sie ihre Arbeit so bald wie möglich wieder aufnehmen können. Falls sie nach der Ausgangssperre nicht wiedereingestellt werden, gilt es die Frauen bei der Suche nach neuer Arbeit zu unterstützen.

Im weiteren Rahmen sind aber auch Beratungs- und Counselling-Angebote wichtig. Die geschlechtsspezifische Situation von Frauen muss bei allen Maßnahmen mitgedacht werden, um sie bestmöglich vor Auswirkungen der Krise zu schützen.

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