Nachrichten - Corona-Nothilfefonds

Corona Krise sorgt für Notstände. Nahrungsausgabe an Textilarbeiterin in Bangladesh. © NGWF

Auswirkungen der Corona Krise auf die Textilarbeiter*innen in Bangladesch

Bangladesch lebt zu 75% vom Export der Textilindustrie. Die Auswirkungen auf die Beschäftigten beim Ausbleiben von Bezahlungen und neuer Aufträge sind katastrophal. Die Präsidentin des Unternehmensverbands BGMEA Rubana Huq gab bekannt, dass Einkäufer Aufträge im Wert von 3.15 Milliarden US Dollar in 1.134 Fabriken gekündigt hätten oder Waren nicht abnähmen.

Viele Fabrikbesitzer kündigten ihren Beschäftigten und zahlen oft nicht einmal mehr die Löhne für März. Im Gegensatz zu Europa gibt es in Bangladesch keine soziale Absicherung, geschweige denn ein Kurzarbeitergeld. Weder Unternehmen noch Regierung helfen jetzt. Am 13. April 2020 protestierten Hunderte auf der Straße in den Textilarbeitervierteln Savar, Narayanganj und Gazipur, weil sie keine Löhne für die vergangenen (bis zu drei) Monate erhalten haben. Unruhen sind zu erwarten.

Das Bangladesh Centre for Worker Solidarity (BCWS), einer der Partner von FEMNET, hat am 14.04.2020 zusammen mit anderen ein Statement veröffentlicht, in dem sie von 10.000 entlassenen Arbeiter*innen spricht. BCWS fordert die Bezahlung der Löhne für März, auch für Beschäftigte, die kürzer als ein Jahr in der Fabrik gearbeitet haben sowie Wiedereinstellung der Gekündigten.

Die Regierung hat zwar eine Ausgangssperre bis Mitte April verhängt, doch nicht alle Fabriken müssen sich daran halten. Wer noch Aufträge hat, kann weiterarbeiten. Allerdings fehlt es an Schutzkleidung, Gesichtsmasken und Vorsichtsregeln für die Beschäftigten. In der Hauptstadt Dhaka gibt es wohl nur ein Krankenhaus, das Corona-Patienten aufnehmen kann, die Ausstattung ist mangelhaft, es fehlt an Schutzkleidung für die Ärzte und das Pflegepersonal.

Es wird in Bangladesch von einem Exportrückgang für März bis Mai 2020 von 5 Mrd Dollar ausgegangen, das sind ca. 57 % Einbruch gegenüber dem Vorjahr laut Unternehmensverband BGMEA. Die Beschäftigten trifft es am schlimmsten und dies sind mehrheitlich Frauen. Sie verlieren nicht nur den Lebensunterhalt für ihre Familien. Die Ausgangssperre der Regierung führt auch zu vermehrter häuslicher Gewalt.  

 

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