Nachrichten - Corona-Nothilfefonds

Neben Lebensmitteln werden auch Hilfen zur Kommunikation und Mietzahlung dringend benötigt. © SAVE

Bedeutung der COVID-19 Pandemie für Textilarbeiter*innen in Bangalore

Die COVID-19 Pandemie hat die indische Regierung veranlasst eine Ausgangssperre zu verhängen, die am 23. März 2020 in Kraft getreten ist, ursprünglich bis zum 14. April 2020 andauern sollte und letztlich bis zum 3. Mai 2020 verlängert wurde. Die Auswirkungen sind drastisch, und treffen auch die Textilarbeiter*innen in Bangalores Textilindustrie.

Ohne Arbeit in der Stadt müssen sich die meisten vermehrt zurück auf den Weg in die Heimat machen, aus der sie aus Existenznot zuvor nach Bangalore gekommen waren. Nach Angaben von Cividep werden schätzungsweise 300.000 der Textilarbeiter*innen zu ihren Familien in der Umgebung von Bangalore zurückkehren. Weitere 100.000 haben allerdings keine Möglichkeit Bangalore zu verlassen, da sie entweder aus weiter entfernten Teilen Indiens kommen – wie Orissa oder östlichen Bundesstaaten – oder keinen anderen Rückzugsort als Bangalore haben.

Die 100.000 in Bangalore verbliebenen Textilarbeiter*innen sehen sich in einer existenzbedrohenden Lage: sie müssen auch ohne Einkommen für Nahrungsmittel, Mietzahlungen sowie Hygieneprodukte und weiteres aufkommen müssen. Auch das Risiko der Ausbeutung und Gewalt erhöht sich für sie enorm.

Unsere Partnerorganisation Cividep in Kooperaation mit Munnade und Garment Labour Union (GLU) setzen sich für ihre Unterstützung ein.

Hintergrundinformationen zu Bangalores Textilindustrie

Mit circa 12 Millionen Menschen ist Bangalore im Bundesstaat Karnataka Indiens drittgrößte Stadt. Bangalore zählt außerdem zu Indiens wichtigsten Wirtschaftszentren.  IT, Luft -und Raumfahrt aber auch Textilindustrie findet sich hier.

In Bangalores Textilindustrie sind derzeit 400.000 (Stand 2020) Menschen beschäftigt. Darunter kommen die meisten aus dem ländlichen Karnataka, und circa 30.000 aus weiter entfernten Bundesstaaten. Die Arbeitsmöglichkeit in der Textilindustrie zieht sie alle nach Bangalore. Es sind aber vor allem Frauen aus Familien ohne Landbesitz oder mit geringfügigen Mitteln, die durch diese Arbeit sich und ihre Familie versorgen können.  

 

 

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