Nachrichten - Nachricht und Berichte aus Myanmar

Was passiert in Myanmar? #WhatIsHappeningInMyanmar?

Was passiert in Myanmar? #WhatisHappening-inMyanmar?

Massenproteste und Polizeigewalt nehmen seit dem Militärputsch in Myanmar täglich zu. Die Menschen brauchen unsere Solidarität und Unterstützung. Ein Überblick über die Ereignisse, und wie sie sich auf die Textilarbeiter*innen und Gewerkschafter*innen auswirken.

Wie kam es zum Putsch?

Am 01. Februar 2021 verkündete das Militär einen Ausnahmezustand und löste das Parlament auf. Als Grund für den Putsch wurde Wahlbetrug genannt. Die staatliche Wahlkommission sieht dafür jedoch keine Anzeichen: Die seit 2011 offiziell regierende Partei NLD (Nationale Liga für Demokratie) gewann 396 von 476 Plätzen im Parlament, die vom Militär unterstützte Partei (USDP) lediglich 33 Sitze. Seit über einem Monat protestieren hunderttausende Menschen in den Städten Myanmars gegen die Putschisten und für die Wiederherstellung der Demokratie.

Wer protestiert?

Mit Straßenkundgebungen, Streiks und Lärmprotesten leisten die Menschen in Myanmar Widerstand gegen die Machtübernahme durch das Militär und rufen zur internationalen Solidarität auf. Arbeiter*innen aller Wirtschaftssektoren schließen sich den Protesten und der Bewegung für zivilen Ungehorsam (Civil Disobedience Movement) an - unter ihnen auch zahlreiche Textilarbeiter*innen und Gewerkschafter*innen. Laut Union Organizer Andrew Tillett-Saks waren die Näher*innen die Ersten auf den Straßen und der Katalysator der Demonstrationen. Viele Näher*innen demonstrieren auch in den Fabriken durch das Drei-Finger-Symbol oder das Tragen roter Bänder.

Was fordern die Gewerkschaften?

Internationale Gewerkschaften wollen die kommerziellen Interessen des Militärs schwächen. Sie fordern Regierungen und Unternehmen auf, den bevorzugten EU-Handelsstatus (EBA - Everything But Arms) und finanzielle Bindungen zu Unternehmen in Militärbesitz zu beenden. Die größte Gewerkschaft im Bekleidungssektor IWFM (Industrial Workers' Federation of Myanmar) fordert alle in Myanmar investierenden Marken auf, den Putsch zu verurteilen und erklärt, dass künftige Investitionen unter einer Militärdiktatur gefährdet sein werden. Unternehmen sollten gleichzeitig sicherstellen, dass keine Arbeitnehmer*innen in irgendeiner Weise verfolgt werden, wenn sie an Protesten teilnehmen.

Welche Auswirkungen hat der Putsch auf die Bekleidungsindustrie?

Expert*innen sehen durch Sanktionen weiterer Länder (z.B. das Zurückziehen von Handelsabkommen) und das Stornieren von Aufträgen durch Unternehmen eine große Gefahr für die Textilindustrie Myanmars. Die Myanmar Times berichtet über die aufgrund der Pandemie sowieso schon schwierige Situation des Bekleidungssektors, die sich nun angesichts der politischen Unruhen weiter verschlechtern wird. Fabrikbesitzer*innen planen bereits Umzüge ihrer Unternehmen ins Ausland, sobald Sanktionen infolge des Putsches umgesetzt werden sollten.

Wer ist in Gefahr?

Das Militär geht hart gegen die Demonstrierenden vor. In den letzten Wochen wurden zahlreiche friedlich Protestierende verletzt, auch Tote sind zu beklagen. Das Militär in Myanmar geht zudem gezielt gegen Anführer*innen der Demonstrationen vor und hat gegen die Vize-Präsidentin der IWFM und weitere Gewerkschaftsführer*innen Haftbefehle erlassen. Laut Berichten überfällt das Militär nachts Textilarbeiter*innen um Informationen über ihre Anführer*innen zu erzwingen.

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