Nachrichten - #GegenModernerSklaverei in indischen Spinnereien

Arbeitsausweis von Jeyasre Kathiravel. Foto: Handout

Ermordung einer Arbeiterin wirft erneut ein Licht auf strukturelle Gewalt in den Fabriken Indiens

Gewalt an Frauen ist in Indiens Fabriken bitterer Alltag. Am 5. Januar 2021 wurde eine junge Frau, die in der Textilfabrik Natchi in Südindien arbeitet, tot aufgefunden - ermordet von ihrem Aufseher. In dieser Fabrik lassen H&M und Lidl produzieren. FEMNET hat beide Unternehmen angeschrieben und gefragt, welche Schritte sie unternehmen werden. Beide Unternehmen haben bisher keinerlei Maßnahmen ergriffen.

© Textilbündnis

Erste Konferenz der Bündnisinitiative Tamil Nadu, Indien

Am 6. März 2019 fand die erste große Konferenz der Multistakeholder-Initiative -Tamil Nadu (MSI-TN), die aus Deutschland von einigen Mitgliedern des Textilbündnisses im Rahmen einer Bündnisinitiative unterstützt wird,  in Coimbature statt. Es nahmen rund 130 Vertreter*innen von der Regierung von Tamil Nadu, Unternehmen(sverbände), Gewerkschaften und NGOs teil. Aus Deutschland waren angereist: Vertreter*innen von BMZ, Hugo Boss, Brands Fashion, FEMNET und das Bündnissekretariat des Textilbündnisses. Das Thema der Konferenz lautete: „Better Compliance – Better Competitiveness“. Es ging um die Frage, ob die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der Spinnereien führt, wie die deutschen Vertreter*innen – sowohl auf Wirtschaftsseite als auch von Seiten FEMNETs -  argumentierten. Zu dem Thema wurde auch ein Papier von der MSI-TN erstellt. Die Teilnehmer*innen diskutierten lebhaft in gemischten Gruppen über das Thema und jede Gruppe entwickelte Empfehlungen.

Weitere Informationen auf der Webseite des Textilbündnisses

Gesundheit von Textilarbeiterinnen mit illegalen Pillen gefährdet

Nach Recherchen von Anuradha Nagaraj (Thomson Reuters Foundation) in Channai, Indien, erhalten junge Frauen in Tamil Nadus Nähereien und Spinnereien unbekannte Medikamente gegen ihre Periodenschmerzen ohne jede ärztliche Beratung. Die Frauen sind uninformiert über mögliche Nebenwirkungen und merken erst nach Monaten die Auswirkungen auf ihre Gesundheit: Sie beklagen sich über Depressionen, Angstzustände, Hormonschwankungen, Fehlgeburten und Myome (Geschwüre im Uterus).

Aus Angst durch Pausen an Lohn zu verlieren, sehen die Frauen die Schmerztabletten als einzigen Ausweg. Das Leben der Frauen wird somit kontrolliert, um die Produktion kontinuierlich am Laufen zu halten. Die Toiletten werden zudem aus Absicht nicht sauber gehalten, damit sie weniger benutzt werden.

Quelle: http://news.trust.org/

 

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