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© FEMNET - Stefan Klübert

Vom Blaumann bis zum Stoffbeutel: Impulse für den nachhaltigen Einkauf

Unternehmen in Deutschland setzen sich zunehmend ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Das gilt für ökologische Ziele wie der Klimaneutralität, ebenso für soziale Ziele wie der Vorbereitung auf das Lieferkettengesetz.

Nachhaltigkeit steht längst im Fokus der Unternehmen, regulatorisch wie gesellschaftlich wachsen die Anforderungen. Mittlerweile gehört das Beschaffungsmanagement für viele Unternehmen zum Bestandteil verantwortungsvollen Handelns. Denn der Einkauf verfügt über eine enorme Hebelwirkung. Er ist Multiplikator, der das Wirtschaften von Lieferanten, aber auch des eigenen Unternehmens verändern kann und einen Mehrwert für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft leistet.

Beim digital talkMehr Nachhaltigkeit für Arbeitskleidung, Werbeartikel und Co: Textilien öko-fair einkaufen“ am 20. Mai 2021, zu dem FEMNET und der Global Nature Fund eingeladen hatten, stand daher der verantwortungsvolle Textileinkauf im Mittelpunkt.

Nach einem kurzen Einblick in die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung, die die beiden Partner im letzten Jahr zum Auftakt des gemeinsamen Projekts FAIR WEAR WORKS gestartet hatten, erwartete die Teilnehmenden kompaktes Praxiswissen. Textilien nachhaltig beschaffen ist einfach, der Aufwand überschaubar - FEMNET-Referentin Mara Mürlebach konnte in ihrer Präsentation viele von Unternehmen als Stolpersteine empfundene Faktoren aus dem Weg räumen, wie etwa fehlende Informationen zu Siegeln und Standards. Mürlebach erläuterte, welche Anforderungen glaubwürdige Nachhaltigkeitsstandards erfüllen sollten und zeigte an Beispielen, wie der Einkauf bei der Marktrecherche vorgehen kann.

Mariska Przyklenk von Transfair Deutschland ergänzte den Blick in die Beschaffungspraxis. Als Siegelgeber für Produkte, die dem Fairtrade-Standard entsprechen, ist auch der Textilbereich ein Wirkungsfeld von Transfair. Przyklenk stellte die Standards für Baumwolle und Textilien und die für corporate und work wear relevanten Fairtrade-Lizenzpartner vor. Drei best practice-Beispiele veranschaulichten Motivation und Vorgehensweise von Unternehmen, ihren textilen Einkauf umzustellen.

Am Ende des Webinars für Einsteiger*innen wiesen FEMNET und der GNF auf die umfangreichen Hilfestellungen für Unternehmen im Rahmen des Beratungsprojektes FAIR WEAR WORKS hin. Dazu gehören z.B. die gemeinsame Analyse bestehender Einkaufsvorgaben, Hilfe bei der Marktrecherche, die Auswahl von Nachhaltigkeitskriterien, Empfehlungen für Anforderungen an Lieferanten oder Infos zu Siegeln und Standards. Außerdem umfasst das Projektportfolio Impulsworkshops: Auch Auszubildende und Berufsschüler lassen sich so frühzeitig mit auf den Weg zum nachhaltigen Unternehmensengagement nehmen.

Die digitale Gesprächsrunde, dies zeigte die Feedback-Umfrage im Anschluss, überzeugte die Mehrheit: Über 70% der Teilnehmenden fühlten sich inspiriert, den Weg zu einem fairen Textileinkauf weiterzuverfolgen. Die Beschaffung, so das Fazit, ist ein wichtiger Baustein für die strategische Weichenstellung in Richtung Nachhaltigkeit.

 

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