25.01.2021: News der KW 3

Studien

  • PwC - "Die deutsche Modebranche - Trends, Herausforderungen und Lösungsansätze" (PDF-Datei): Ausgangspunkt der Studie ist die schon länger dauernde Krise der deutschen Mode-Unternehmen, die durch die Pandemie verstärkt wurde. Wie kann der Mode-Sektor auf die Herausforderungen reagieren? Vorhersage: nur langsame Erholung. Wichtiger Trend (u.a.) Green & Social Awareness bei Verbraucher*innen
  • BILS Report über Arbeitsproteste in Bangladesch in 2020: Hauptgründe waren das Ausbleiben von Gehaltszahlungen und der Verlust von Arbeitsrechten. Mit 264 Protesten entfällt fast die Hälfte auf den RMG-Sektor.

Konzepte für die Zukunft der Textilindustrie

  • WageForward: NRO-Allianz fordert von Markenunternehmen die Unterzeichnung eines verbindlichen Abkommens, um Löhne von Arbeiter*innen zu einem Existenzsichernden Lohn zu führen. Das Konzept (PDF-Datei), nach dem Markenunternehmen ihren Zulieferern für jeden Auftrag einen konkreten Living Wage-Beitrag zahlen, der auf den Lohnzetteln der Arbeiter*innen ausgewiesen werden muss, wurde von der Asia Floor Wage Alliance, Clean Clothes Campaign, und dem Worker-Driven Social Responsibility Network erarbeitet. Kernaspekt ist auch der Zugang zu einem Beschwerdemechanismus für Arbeiter*innen. Vorbild für das Konzept stand unter anderem der Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh. Das Konzept findet die Unterstützung von namhaften Expert*innen.
  • #TheIndustryWeWant mit ETI und der Fair Wear Foundation: Der Austausch startete am am 14.01. mit einem Online Event an dem 270 Expert*innen teilnahmen (mit Vertreter*innen von Marken, Herstellern, Gewerkschaften und Organisationen). Hauptziel: Definition einer neuen Vision für die Bekleidungsbranche mit verbesserter Zusammenarbeit und Rechenschaftspflicht. Im Februar soll ein Proposal für ein Follow-Up-Prozess veröffentlicht werden.
  • Centre for Policy Dialoge (CPD) richtete virtuellen Dialog “Recovery of the Apparels Sector from the COVID-19 Crisis: Is a Value Chain based Solution Possible?” zwischen Stakeholdern in Bangladesch aus: Teilgenommen haben (u.A.) Rubana Huq (BGMEA), Amirul Hoque Amin (NGWF) und Kalpona Akter (BCWS). Ein Lösungsansatz wird in der Multi-Stakeholder-Zusammenarbeit zwischen Regierung, Marken und Produzent*innen gesehen. Kalpona Akter fordert ein, dass die Heimatstaaten von Markenunternehmen die Einhaltung von Sorgfaltspflichten verlangen.
  • Sustainable Textile of the Asian Region (STAR): Produzent*innen asiatischer Produktionsländer starten eine Initiative für bessere Einkaufspraktiken (Verbände aus Bangladesch, Kambodscha, China, Pakistan, Vietnam und Myanmar). Zusammen repräsentieren sie etwa 60% aller globalen Bekleidungsexporte.

Lieferkettengesetz

  • Reaktion auf CDU-Vorschlag für ein EU Lieferkettenregistergesetz: In einem "Statement on the Proposal for a Supply Chain Register Act" (PDF-Datei) liefern Germanwatch, Greenpeace und INKOTA fünf Gründe, wieso der Vorschlag nicht sinnvoll ist: 1 - andere Herangehensweise als der Sorgfaltspflichtenansatz, der mithilfe der UN Guiding Principles on Business and Human Rights herausgearbeitet und von der deutschen Regierung im NAP verfolgt wurde; 2 - das Register würde lediglich auf Zertifizierungen beruhen, die Menschenrechte und Umwelt nicht effektiv schützen; 3 - Ansatz wälzt Risiko (und wahrscheinlich auch Kosten) auf die Lieferant*innen ab 4 - zu viel Bürokratie; starr und teuer 5 - Opfer von Menschenrechtsverletzungen haben keine Möglichkeit, Unternehmen zu verklagen

COVID-19

  • Artikel von Autorin und Aktivistin Tansy Hoskins ""They left us starving": How the fashion industry abandoned its workers": COVID-19 rückt die Aufmerksamkeit auf das System der Ausbeutung in globalen Lieferketten. Dieses System schützte Auftraggeber*innen und lud die Wucht der Krise auf die Arbeiter*innen. Während viele Unternehmen in der Krise an Einnahmen einbüßen und vor der Insolvenz stehen, gab es laut McKinsey 20 "super winners" in der Krise - u.A. Adidas und H&M.