Mugilan P.

© SAVE

Bündnisinitiative Tamil Nadu: „Alle müssen Verantwortung übernehmen“

Mugilan P. koordiniert seit Oktober 2018 das Trainings-Programm bei der MSI-TN, der indischen Partnerorganisation der Bündnisinitiative Tamil Nadu. In einem Interview des Bündnissekretariats des Textilbündnisses zieht er  eine Bilanz des ersten Jahres der Initiative.

Dieses Interview erschien im Jahresbericht 2019 des Bündnis für nachhaltige Textilien.

Mr. Aloysius, Leiter der NGO SAVE, eröffnet die 2. MSI-Konferenz in Coimbatore, Indien.

© FEMNET

Bericht über die Reise zur 2. Jahreskonferenz der MSI Tamil Nadu in Indien, unterstützt von der Bündnisinitiative des Textilbündnisses

Wichtige Fortschritte hat die Multi-Stakeholder-Initiative Tamil Nadu (MSI-TN) in den letzten 1,5 Jahren gemacht – das war deutlich spürbar auf der Konferenz am 6. Februar 2020, die von rund 140 Personen besucht wurde.

© Daria Nipot - Depositphotos.com

Wirtschaftliche Auswirkungen der COVID-19-Krise treffen Beschäftigte in Produktionsländern fatal - Textilbündnis muss sich gerade jetzt solidarisch zeigen

Bonn / Berlin. Die COVID-19-Krise trifft alle Akteure der textilen Lieferkette. Allerdings trifft sie die Schwächsten besonders hart. Modemarken und Einzelhandelsunternehmen müssen durch den Stillstand des öffentlichen Lebens hierzulande eklatante Umsatzeinbußen hinnehmen. Der wirtschaftliche Druck wird aber weitergegeben: Aufträge an Zuliefererfirmen in Bangladesch oder Kambodscha werden storniert und bereits fertiggestellte Ware nicht mehr abgenommen oder bezahlt. Die Zulieferer entlassen deshalb die ohnehin schlecht bezahlten Arbeiter*innen oder schließen vollständig. Für Arbeiter*innen verbindet sich dann das vor Ort wachsende Risiko einer COVID-19-Infektion bei schlechter Gesundheitsversorgung mit extremer wirtschaftlicher Not durch fehlenden Lohn.

Textilbündnis darf wegen Corona-Krise nicht in künstliches Koma versetzt werden

Bonn. Die Corona-Krise zeigt brennglasartig Defizite sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in der Lieferkette hiesiger Mode- und Einzelhandelsunternehmen. Anstatt das Textilbündnis als Plattform für effektiveres, gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure zu nutzen und Pfade für nachhaltigere Lieferketten nach Corona zu beschreiten, droht nun durch mehrere Wirtschaftsvertreter im Steuerungskreis eine Blockade. Eine kluge Strategie für eine nachhaltige Zukunft sieht anders aus, finden die zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen im Bündnis.

© BCWS

Jahresthema 2020 im Textilbündnis: Geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz

Das Bündnis für nachhaltige Textilien macht geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz zum neuen Jahresthema 2020. Hierfür hat sich FEMNET stark gemacht, denn eine Auswertung der bestehenden Roadmaps (Jahrespläne) der Mitgliedsunternehmen hatte ergeben, dass kein einziger Hersteller explizite Maßnahmen gegen Frauendiskriminierung in seiner Lieferkette ergriffen hat.

Fabrik in Bangalore/Indien 2019 © FEMNET

Verantwortung von Unternehmen: Freiwillige Maßnahmen und gesetzliche Regelungen

Das Textilbündnis, der Grüne Knopf… Was leisten solche freiwilligen Maßnahmen? Wie können sie einander ergänzen? Wie beurteilt FEMNET deren Umsetzung? Und warum braucht es dringend eine gesetzliche Basis, um die Arbeitsbedingungen in globalen Wertschöpfungsketten nachhaltig zu verbessern?

Zivilgesellschaft im Textilbündnis: Grüner Knopf nur eine weitere freiwillige Maßnahme neben einem schwachen Textilbündnis

Berlin / Bonn. Die heutige Vorstellung des neuen Textil-Siegels „Grüner Knopf“ durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nutzt die Zivilgesellschaft im Textilbündnis zu einer kritischen Standortbestimmung. Die zivilgesellschaftlichen Bündnis-Mitglieder kritisieren, dass der Grüne Knopf genauso wie das Textilbündnis nur eine freiwillige Maßnahme ist. Dringend notwendig sei aber ein Gesetz, das Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte, Umwelt und Korruptionsvermeidung für alle Unternehmen verbindlich regelt. Dieses Gesetz müsse die Basis für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit bilden. Freiwillige Maßnahmen wie der Grüne Knopf und ein verbessertes Textilbündnis könnten darauf aufbauen.

Bündnisinitiative Tamil Nadu erfolgreich gestartet

Erschöpfte Mädchen in einer Spinnerei in Tamil Nadu, die tagsüber schlafen, da sie nachts gearbeitet haben. Foto: © FEMNETErschöpfte Mädchen in einer Spinnerei in Tamil Nadu, die tagsüber schlafen, da sie nachts gearbeitet haben. Foto: © FEMNETBonn. Am 01.07.2018 startete die Bündnisinitiative (BI) Tamil Nadu im Rahmen des Textilbündnisses, ein erster Fortschrittsbericht liegt inzwischen vor.

Die BI hat drei Komponenten:
a) Dialog,
b) Trainings der jungen Frauen in den Fabriken,
c) Trainings von Inspektoren.

FEMNET’s Partner SAVE führt maßgeblich die Trainings in rund 300 Spinnereien durch. Über 80 Trainer_innen aus 40 NROs wurden dafür ausgebildet.

Vier Jahre Bündnis für nachhaltige Textilien: Ein Prozess – komplex, langwierig, herausfordernd

Ein Rückblick auf das Jahr 2018 und Ausblick auf 2019 aus Sicht der zivilgesellschaftlichen Vertreter_innen im Steuerungskreis

Logo NRO Textilbündnis Bonn/Berlin. Erneut geht im Textilbündnis ein arbeitsreiches Jahr zu Ende: Im Jahr 2018 mussten zum ersten Mal alle Mitglieder in individuellen Maßnahmenplänen ihre Ziele für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in ihren Lieferketten offenlegen. Zuvor wurden diese von einer externen Prüforganisation auf Plausibilität und Übereinstimmung mit den Anforderungen geprüft. Vom Steuerungskreis wurden zudem die Themen existenzsichernde Löhne, Lieferkettentransparenz und Wirkungsmessung als Schwerpunkte für das Jahr 2018 festgelegt. Die nachfolgenden Erläuterungen geben einen Einblick, wie die Fortschritte im letzten Jahr von den zivilgesellschaftlichen Vertreter_innen im Steuerungskreis des Textilbündnisses beurteilt werden.

Rückblick auf die Speakers Tour zum Thema „Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz“ mit indischen Aktivistinnen

Mary Viyakula (links) und Deepika Rao (rechts) nach dem Vortrag an der Hochschule Reutlingen. Foto: © Volker Rekittke, Schwäbisches TagblattMary Viyakula (links) und Deepika Rao (rechts) nach dem Vortrag an der Hochschule Reutlingen.
Foto: © Volker Rekittke, Schwäbisches Tagblatt
Vom 5.-16.11.2018 reisten die beiden indischen Referentinnen im Rahmen einer Vortragsreise Mary Viyakula von der Organisation SAVE (Social Awareness and Voluntary Education) und Deepika Rao von Cividep India quer durch Deutschland, um über die geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz in der indischen Textilindustrie zu berichten. Sie schilderten anschaulich die prekäre Situation der Frauen und berichten über Ansätze, wie sich Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie wehren und wie wir sie von Deutschland aus dabei unterstützen können.

Die Rundreise wurde von den zivilgesellschaftlichen Organisationen im Textilbündnis organisiert und es wurden auf Stationen in Halle (Saale), Leipzig, Reutlingen, Augsburg, München, Hamburg und Bremen ca. 450 Menschen erreicht.

Logo des Textilbündnisses

Überprüfung des Textilbündnisses durch die OECD - Chance für Verbesserungen

Bonn/Berlin. Zur Berlin Fashion Week feiert sich die Modeindustrie – doch Fragen nach sozialen und ökologischen Folgen kommen wie jedes Jahr zu kurz. Das 2014 gegründete Bündnis für nachhaltige Textilien ist angetreten, die Missstände in den globalen Textillieferketten schrittweise zu beseitigen. Die Bilanz ist bisher mager. Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt die Anpassung des Review-Prozesses. Die Zivilgesellschaft im Textilbündnis sieht in der jetzt geplanten Reform eine Chance, das Bündnis effektiver zu machen.

© Textilbündnis

Erste Konferenz der Bündnisinitiative Tamil Nadu, Indien

Am 6. März 2019 fand die erste große Konferenz der Multistakeholder-Initiative -Tamil Nadu (MSI-TN), die aus Deutschland von einigen Mitgliedern des Textilbündnisses im Rahmen einer Bündnisinitiative unterstützt wird,  in Coimbature statt. Es nahmen rund 130 Vertreter_innen von der Regierung von Tamil Nadu, Unternehmen(sverbände), Gewerkschaften und NGOs teil. Aus Deutschland waren angereist: Vertreter_innen von BMZ, Hugo Boss, Brands Fashion, FEMNET und das Bündnissekretariat des Textilbündnisses. Das Thema der Konferenz lautete: „Better Compliance – Better Competitiveness“. Es ging um die Frage, ob die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards zu einer höheren Wettbewerbsfähigkeit der Spinnereien führt, wie die deutschen Vertreter_innen – sowohl auf Wirtschaftsseite als auch von Seiten FEMNETs -  argumentierten. Zu dem Thema wurde auch ein Papier von der MSI-TN erstellt. Die Teilnehmer_innen diskutierten lebhaft in gemischten Gruppen über das Thema und jede Gruppe entwickelte Empfehlungen.

Weitere Informationen auf der Webseite des Textilbündnisses

Weitere Beiträge ...

Neugierig? Unser Newsletter

Jetzt spenden

Verwendung von Cookies

Wir benutzen lediglich technisch notwenige Sessioncookies, ohne diese könnten wir unsere Homepage sonst nur mit unsicheren Einstellungen betreiben.